Aktualisiert 06.09.2007 22:26

Harry Potter: Chefs müssen zur Geisterstunde selber ran

Das Seco will, dass die deutsche Version des siebten Harry-Potter-Bandes nicht um Mitternacht verkauft wird – zum Schutz der Verkäufer. Nun stehen halt die Chefs hinter der Verkaufstheke.

Am 27. Oktober eine Minute nach Mitternacht soll die deutsche Version des neuen Potter in den Händen der ersten Fans sein. Doch laut NZZ hat das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) kürzlich den kantonalen Arbeitsinspektoraten die Empfehlung geschickt, den Buchhandlungen dafür keine Nachtarbeit zu erlauben. Grund: Für Nachtarbeit brauche es ein «dringendes Bedürfnis». Dieses liege bei kulturellen und gesellschaftlichen Anlässen wie etwa Trachtenfesten oder Dorfchilbis vor, nicht aber beim Erstverkauf eines Buches.

Diverse Kantone, darunter auch Zürich, Bern und Basel, nehmen sich diese Empfehlungen zu Herzen und erteilen keine Bewilligung. Doch die Buchhändler lösen das Problem elegant: Da das Arbeitsgesetz nur für angestelltes Personal gilt, stellen sich jetzt einfach die Bosse persönlich hinter die Kassen. In der Lüthi-Buchhandlung in der Sihlcity etwa verkaufen Familien- und Verwaltungsratsmitglieder in der Geisterstunde die Bücher. Und in den Orell-Füssli-Filialen wird der Geschäftsführer und die Finanzchefin den Verkauf durchführen, so Einkaufsleiter Hans-Peter Joos.

(nm)

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