Graubünden: Harsche Kritik an Restwassersanierung
Aktualisiert

GraubündenHarsche Kritik an Restwassersanierung

Die von der Bündner Regierung verfügte Restwassersanierung an der Moesa und der Calancasca wird von Umweltverbänden als völlig ungenügend kritisiert. Der WWF, die Pro Natura und die Bündner Fischer ziehen gegen das Projekt vor das kantonale Verwaltungsgericht.

Der Wiederherstellung der beiden Flüsse im Misox und im Calancatal komme grosse Bedeutung zu, da sie als Pilotsanierung das Mass für alle übrigen Restwasserstrecken in Graubünden werden solle, teilten die Umweltverbände am Dienstag mit. Gemäss Gewässerschutzgesetz von 1992 müssen diese Flussabschnitte bis 2012 saniert sein. Der Kanton habe 17 Jahre mit «Nachdenken» vertan, monieren die Verbände.

Die Misoxer Krafwerke MKW haben für die Nutzung der Moesa, der Calancasca und mehrerer Seitengewässer seit 1956 eine Konzession ohne Restwasserregelung. Sie dürfen den Flüssen und Bächen an zehn Stellen sämtliches Wasser entnehmen, wie die Umweltverbände betonen.

Nur eine von zehn Fassungen wird saniert

Die Regierung habe letzten November für gerade eine der zehn Wasserfassungen eine Sanierung verfügt. Damit unterschreite sie die aus ökologischer Sicht minimale Dimension der Sanierung erheblich, so die Verbände. Sie verlangen Restwasservorschriften für drei Fassungen. Auch sollen die Restwassermengen grösser und saisonal angepasster sein, als bisher vorgesehen.

Das wirtschaftlich tragbare Ausmass der Sanierung, wie sie vom Gewässerschutzgesetz vorgesehen sei, würde für die MKW bei weitem nicht ausgeschöpft, meinen die Kritiker. Die von der Regierung berechnete Erlösminderung für die Kraftwerke von fünf Prozent sei intransparent, falsch und unterschlage wichtige Fakten. (sda)

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