Taskforce Jugendgewalt: Harte Gangart gegen betrunkene Jugendliche
Aktualisiert

Taskforce JugendgewaltHarte Gangart gegen betrunkene Jugendliche

Alkoholisierte Jugendliche, die sich selbst oder andere gefährden, werden ab nächstem Frühjahr in Zürich konsequent in Gewahrsam genommen.

Die Ausnüchterung erfolgt unter medizinischer Betreuung. Eltern werden dann aufgefordert, ihren Sohn oder ihre Tochter im Vermittlungs- und Rückführungszentrum (VRZ) abzuholen. Die Kosten des Polizieieinsatzes werden den betroffenen Personen oder ihren Eltern in Rechnung gestellt.

Das Projekt «VRZ Plus» ist eines von drei Grossprojekten der vor einem Jahr vom Stadtrat eingesetzten Taskforce Jugendgewalt. Der dreijährige Pilotbetrieb soll im Frühjahr 2010 starten, wie Polizeivorsteherin Esther Maurer am Mittwoch vor den Medien sagte.

Jugendgewalt nicht tolerieren

»Gewalt von und unter Jugendlichen wird nicht toleriert». So lautet das Ziel des vor Jahresfrist lancierten Massnahmenprojektes zur Verminderung der Jugendgewalt. Neben dem Projekt «VRZ Plus» werden ein «Dienstleistungsangebot für Vereine» gestartet und das Projekt «ZüriCourage» vorangetrieben.

Als Teil der Gesellschaft seien auch Vereine, Jugendtreffs und - organisationen nicht vor negativen Einflüssen und Problemen gefeit, hiess es an der Medienkonferenz. Fachpersonen der Stadt werden nun ab Ende Sommerferien Vereine und Jugendorganisationen im Umgang mit Gewalt unterstützen.

Gemäss Schulvorsteher Gerold Lauber kann es sich dabei um konkrete Interventionen oder auch um präventive Angebote handeln. Vereine können das kostenlose Angebot in Anspruch nehmen, wenn sie eine Erklärung mit den wesentlichen Grundsätzen zur gewaltfreien Konfliktlösung unterzeichnen.

«ZüriCourage» weiterführen

Das gegen Jugendgewalt und exzessiven Alkoholkonsum im öffentlichen Raum gerichtete Pilotprojekt «ZüriCourage» wurde im November 2007 gestartet und ist bis Ende 2009 befristet. Der Stadtrat beantragt dem Gemeindeparlament nun die unbefristete Weiterführung.

Die Interventionen erfolgen durch Patrouillen von «sip züri» . Sie hätten zu einer Verbesserung bezüglich exzessivem Verhalten (Gewalt und Alkohol) sowie bezüglich Abfallentsorgung geführt, hiess es an der Medienkonferenz.

Neben den drei Grossprojekten initiierte und begleitete die Taskforce auch mehrere kleinere Projekte. Es ging dabei um Opferschutz, Kriminalprävention, Jugendschutz, Sicherstellen von Handys und Waffen sowie übermässigen Alkoholkonsum. Intensiviert wurde zudem die Zusammenarbeit mit dem Kanton.

(sda)

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