Harte Strafen für versuchte Bombenanschläge in London

Aktualisiert

Harte Strafen für versuchte Bombenanschläge in London

Ein Londoner Gericht hat vier Männer zu mindestens 40 Jahren Gefängnis verurteilt, die versuchter Anschläge auf den Londoner Nahverkehr im Juli 2005 angeklagt waren.

Erst nach Verbüssung dieser Zeit komme eine Begnadigung in Frage, sagte Richter Adrian Fulford am Mittwoch bei der Strafmassverkündung. Er bezeichnete die Anschläge vom 7. Juli, bei denen 52 Menschen getötet wurden, und die gescheiterten Angriffe zwei Wochen später als «Teil einer von Al Kaida inspirierten und kontrollierten Abfolge von Attentaten».

Die vier Angeklagten waren von einer Jury am Montag für schuldig befunden, am 21. Juli 2005 eine weitere Attentatsserie im Londoner Nahverkehrssystem geplant zu haben. Gegen zwei weitere Angeklagte wird es einen neuen Prozess geben, weil sich die Geschworenen in ihrem Fall nicht auf ein Urteil einigen konnten. Fulford sagte, wenn die Sprengsätze am 21. Juli explodiert seien, hätten sie mindestens 50 Menschen in den Tod gerissen und hunderte verletzt. Zudem wäre das Leben von tausenden Menschen dauerhaft geschädigt worden - «Christen, Muslime, Juden, Hindus, Sikhs, Buddhisten, Agnostiker und Atheisten». Den Angeklagten sei bekannt und bewusst gewesen, welch schrecklichen Tod ihre Bomben auslösen konnten. «Nach dem 7.7. wusste jeder Angeklagte genau, wie das Ergebnis aussehen würde.»

Die Männer sollen Anschläge auf drei U-Bahn-Züge und einen Bus geplant haben. Allerdings explodierten die Sprengsätze nicht, niemand wurde verletzt. Alle sechs Angeklagten wiesen in dem sechs Monate dauernden Prozess die Anschuldigungen zurück. Sie erklärten, sie hätten hätten niemanden töten, sondern nur gegen den Irak-Krieg protestieren wollen.

Fulford sagte, er habe beim Strafmass für Muktar Said Ibrahim (29), Yassin Omar (26), Ramzi Mohammed (25) und Hussain Osman (28) mögliche Verbindungen zu den Attentätern vom 7. Juli 2005 in Betracht gezogen, die mit ihren Anschlägen 52 Pendler getötet hatten. Die Polizei hatte diese vermutet, aber nicht beweisen können. Fulford entschied auf lebenslänglich und setzte die Zeit, die die Verurteilten verbüssen müssen, auf mindestens 40 Jahre fest. (dapd)

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