Harter Kurs der Polizei – Kokainmarkt ausgetrocknet
Aktualisiert

Harter Kurs der Polizei – Kokainmarkt ausgetrocknet

Der Kokainmarkt in St. Gallen ist offenbar ausgetrocknet. Der harte Kurs von Stapo und Kapo zeigt Wirkung: Dealer und Konsumenten weichen aus aufs Land.

«Seit Anfang Sommer ist Kokain massiv teurer geworden, und die Tendenz ist weiter steigend», berichtet ein St. Galler Szenegänger, der sich als «Ex-Kokain-Konsument» bezeichnet. Eine junge Frau, die zu ihrem Konsum steht, berichtet: «Um überhaupt zu Stoff zu kommen, musste ich letzte Woche nach Arbon reisen.»

Die Randständigen im Kantipark bestätigen diese Aussagen. Sie sehen den Grund für die Kokainknappheit primär in den Scheinkäufen von Stapo und Kapo sowie im generell harten Kurs, den die Polizeien gegenüber der Dealer-Szene fahren.

Benjamin Lütolf, Mediensprecher der Stapo St. Gallen kann die Kokainverknappung nicht direkt bestätigen, er hält die Aussagen der Randständigen aber für glaubwürdig. Für ihn gibt es verschiedene mögliche Gründe: «Es gibt in der Region aufgrund des konstant hohen polizeilichen Drucks immer weniger Dealer.»

Zurzeit seien zudem deutlich mehr Konsumenten in der Stadt als sonst, weshalb gerade der Kantipark intensiver kontrolliert werde. Ein weiterer möglicher Grund ist vergleichsweise banal: «Ich kann mir aber auch vorstellen, dass die Dealer ganz einfach in die Sommerferien verreist sind», so Lütolf.

(bär/tob)

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