Aktualisiert 18.04.2014 11:23

Ostern «Hasen sind kein Spielzeug»

Neben Schoggihasen bringt der Osterhase auch mal einen echten Hasen als Geschenk. Einige Tierheime unternehmen allerdings viel, damit Hasen nicht in falsche Hände kommen.

von
aki
Hasen sind als Ostergeschenke ungeeignet, warnt eine Tierschützerin.

Hasen sind als Ostergeschenke ungeeignet, warnt eine Tierschützerin.

Nach heutiger Gesetzeslage dürfen Kleintiere wie Hasen, Meerschweinchen oder Hamster nicht mehr als Einzeltiere verkauft werden. «Zwerghasen sind Gruppentiere und kein Spielzeug», sagt die Präsidentin des Tierschutzvereins Rheintal, Nicole Rohner. Der Verein gibt auch Tiere an neue Besitzer ab, zu Ostern aber ist man vorsichtig: «Wenn vor Ostern noch jemand kommen sollte, um sich Hasen zuzulegen, würden wir diese nicht abgeben, weil wir damit rechnen müssten, dass sie nach den Feiertagen wieder bei uns landen», sagt Rohner.

Unangemeldeter Besuch vom Tierschutz

Bevor ein Tier den Besitzer wechselt, müsse zunächst die Chemie zwischen Mensch und Tier stimmen, so die 42-Jährige. Dazu gibt es laut Rohner jeweils ein Treffen mit dem potenziellen Käufer, bei dem die Voraussetzungen besprochen werden, unter denen Tiere abgegeben werden. Erst danach komme es zur Begegnung zwischen Mensch und Tier, wobei geschaut würde, wie die Interessenten mit einem Tier umgehen, wie sie es streicheln und anfassen. Später kommt es sogar zu unangekündigten Hausbesuchen durch die Tierschützer. Rohner: «Wenn wir dann sehen, dass das Tier nicht richtig gehalten wird, nehmen wir es wieder mit.»

Laut Erika Bolt von der Meldestelle des St. Galler Tierschutzvereins hat in dem letzten Jahren jedoch ein Umdenken stattgefunden: «Im Vergleich zu früher wissen die Leute heute beim Tierkauf besser, worauf sie sich einlassen.»

Nach Gebrauch in die Ecke

Von einem Umdenken hingegen will Daniela Capiaghi vom Tierschutzverein Rorschach nichts wissen. Ihrer Meinung nach hätten die meisten Interessenten nach wie vor eine falsche Einstellung: «Sie sagen sich ‹schauen wir mal, es kostet ja nichts›». Für sie ist sind Hasen als Geschenk ohnehin denkbar ungeeignet: «Das sind keine Streichel-, sondern ein Fluchttiere, die viel Auslauf benötigen und im Winter besser im Stall gehalten werden als im Käfig.» Bevor die Eltern ihren Kindern Hasen schenken, sollten sie sich mit diesen zusammensetzen und sie darüber aufklären, wie viel Aufwand ein solches Tier mit sich bringt. «Ein Hase wird acht bis zehn Jahre alt», so die Tierschützerin, «man kann ihn nach Gebrauch nicht einfach wieder ins Eck stellen.»

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