Aktualisiert 09.08.2007 23:53

Hassbriefe und Drohungen gegen Ivan Rakitics Vater

Luka, der Vater von Fussballstar Ivan Rakitic, will Schweizer werden. Seit sich sein Sohn gegen die Schweizer Nati entschied, erhält er Hassbriefe und muss nun gar um seine Einbürgerung bangen.

«Geh zurück nach Jugoslawien», «Ihre Heimat ist Kroatien, nicht die Schweiz» – dies sind noch die freundlichsten Botschaften, die Luka Rakitic derzeit fast täglich im Briefkasten findet. Selbst Telefonanrufe mitten in der Nacht sind seit dem Entscheid seines Sohnes, für die kroatische statt für die Schweizer Fussballnationalmannschaft zu spielen, keine Seltenheit mehr. Die Schmähungen gehen Luka Rakitic arg an die Nieren: «Meine Familie lebt hier in Möhlin, hier ist meine Heimat, ich habe hier mein Geschäft», wurde er gestern in der «Basler Zeitung» zitiert.

Der Entscheid seines Sohnes könnte für Luka Rakitic aber auch weiter reichende Folgen haben. Er hat vor zwei Monaten sein Einbürgerungsgesuch eingereicht. Dieses soll voraussichtlich nach den Herbstferien in der Einbürgerungskommission behandelt werden. Das letzte Wort hat dann die Gemeindeversammlung. Dort könnten die Emotionen hochgehen. «Ich fürchte, dass der Entscheid von Ivan eine Rolle spielen wird», meint Gemeindeammann Fredy Böni. Er werde deshalb das Gespräch mit der Familie Rakitic suchen.

(cde)

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