Hassdemo in Teheran: «Tod dem Staat Israel»
Aktualisiert

Hassdemo in Teheran: «Tod dem Staat Israel»

Zehntausende Iraner sind dem Aufruf ihres Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad gefolgt und haben die Auslöschung Israels gefordert. «Tod dem Staat Israel, Tod den USA», steht auf den Plakaten der Demonstranten.

Ahmadinedschad schürte den Israel-Hass der Bevölkerung am Mittwoch, indem er öffentlich forderte, der jüdische Staat müsse «von der Landkarte getilgt» werden. In der westlichen Welt löste er damit einen Sturm der Entrüstung aus. Ungeachtet seines Auftritts bei der Demonstration am Freitag veröffentlichte die iranische Botschaft in Moskau eine Erklärung, wonach der Präsident «nicht die Absicht hatte, mit scharfen Worten zu sprechen und einen Streit zu entfachen».

Die iranische Regierung bekräftigte die Forderung des Präsidenten nach einer Auslöschung Israels. «Wir erkennen das zionistische Regime nicht an und betrachten es nicht als legitim», sagte Aussenminister Manuchehr Mottaki am Donnerstagabend im staatlichen Fernsehen. Die Äusserungen Ahmadinedschads seien die erklärte Politik der Islamischen Republik Iran. Bei den Protesten am Freitag werde sich der Zorn der islamischen Welt über die Existenz Israels zeigen.

UN-Generalsekretär Kofi Annan äusserte sich bestürzt. Auf seiner bevorstehenden Reise nach Teheran werde Annan das Existenzrecht aller Staaten im Nahen und Mittleren Osten in den Mittelpunkt stellen, sagte sein Sprecher Stephane Dujarric.

Israel sei seit langem Mitglied der Vereinten Nationen und habe dieselben Rechte und Pflichten wie alle anderen UN-Mitglieder, hiess es in einer am Donnerstagabend in New York veröffentlichten Erklärung Annans. Wer die UN-Charta unterzeichnet habe, sei auch die Verpflichtung eingegangen, anderen Staaten nicht mit Gewalt zu drohen. Der UN-Generalsekretär nimmt nur in seltenen Fällen derart deutlich Stellung zu Erklärungen von Mitgliedsstaaten.

Auch der palästinensische Chefunterhändler Sajeb Erakat sagte, die Forderung nach einer Zerstörung Israels sei inakzeptabel. «Wir haben den Staat Israel anerkannt, und wir verfolgen einen Friedensprozess mit Israel.» Ahmadinedschads Äusserungen würden daher nicht akzeptiert.

Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon forderte den Ausschluss des Irans aus den Vereinten Nationen. In Washington fand dies jedoch keine Unterstützung. Der Iran sei Mitglied der UN, sagte US-Aussenamtssprecher Sean McCormack. «Wir sollten den Iran stattdessen dazu ermuntern, sich in verantwortlicher Weise als Mitglied der internationalen Gemeinschaft zu verhalten.» (dapd)

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