07.11.2016 13:36

Dongle-DilemmaHat Apple einen Adapter-Fetisch?

Ganze 17 Adapter verkauft Apple aktuell für iPhones, iPads und Macs. Zu viel, finden die Nutzer. Jetzt reagiert Apple auf Kritik – mit Preissenkungen.

von
tob
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Ende Oktober hat Apple-Chef Tim Cook die neuen Macbook-Pro-Modelle vorgestellt. Bei einigen Fans sorgte die Präsentation für Kopfschütteln.

Ende Oktober hat Apple-Chef Tim Cook die neuen Macbook-Pro-Modelle vorgestellt. Bei einigen Fans sorgte die Präsentation für Kopfschütteln.

epa/Tony Avelar
Denn im Vergleich zum Vorgänger gibt es beim neuen Modell weder HDMI-Anschluss, reguläre USB-Ports, oder einen eingebauten SD-Kartenleser.

Denn im Vergleich zum Vorgänger gibt es beim neuen Modell weder HDMI-Anschluss, reguläre USB-Ports, oder einen eingebauten SD-Kartenleser.

epa/Tony Avelar
Für die meisten Peripheriegeräte, die in der letzten Dekade auf den Markt gekommen sind, braucht es einen Adapter. Apple verkauft 17 an der Zahl. Dieses «Dongle-Dilemma», stösst den Fans sauer auf.

Für die meisten Peripheriegeräte, die in der letzten Dekade auf den Markt gekommen sind, braucht es einen Adapter. Apple verkauft 17 an der Zahl. Dieses «Dongle-Dilemma», stösst den Fans sauer auf.

Twitter

«Die am schnellsten wachsende Produktkategorie bei Apple», schrieb der Twitter-Nutzer Drew Breunig Ende Oktober in einem Tweet. Dazu teilte er ein Foto von allen Adaptern, die Apple derzeit im Angebot hat: Es sind 17.

Damit löste er eine regelrechte Lawine aus. Sein Tweet wurde mehr als 20'000-mal geteilt und erhielt über 25'000 Likes. Das Problem: Das neuste Macbook Pro hat weder einen HDMI-Port, noch einen SD-Kartenslot, noch reguläre USB-Anschlüsse. Die beiden neusten Produkte von Apple, das Macbook Pro und das iPhone 7, lassen sich also nicht ohne weiteres mit einem Kabel verbinden. Um eine Verbindung herzustellen, braucht es einen Adapter oder ein spezielles Kabel.

«Ein verworrenes Chaos»

Auch wer das Macbook an einen TV anschliessen, Fotos von einer Kamera herunterladen, oder ein Peripherie-Gerät, das in den letzten zehn Jahren auf den Markt gekommen ist, anschliessen will, braucht einen Adapter, schreibt das Portal Qz.com. «Aus einer Firma, die stolz darauf ist, Produkte im Angebot zu haben, die ‹einfach funktionieren›, ist ein verworrenes Chaos entstanden», so das Resüme von BBC zur aktuellen Situation. Denn: Adapter kann man verlieren, vergessen, oder sie gehen auch einfach mal kaputt.

Apple hat nun auf die Kritik reagiert und die Preise für diverse Adapter gesenkt. Der USB-auf-USB-C-Adapter – um das iPhone am Macbook anzuschliessen – kostet neu noch 9 statt 21 Franken. «Wir wollen den Kunden helfen, auf die neueste Technologie umzusteigen und das Wachstum des neuen Ökosystems zu beschleunigen», schreibt Apple.

Die günstigeren Preise gelten bis Ende Jahr. Doch: Wer das ganze Adapterset fürs Macbook kaufen will, muss trotz Preissenkung noch 184 US-Dollar hinblättern, wie Mark Gurman, Tech-Journalist bei «Bloomberg» ausgerechnet hat.

USB-C: Der neue Standard

Die BBC findet allerdings nicht nur schlechte Worte zum Dongle-Dilemma. USB-C werde sich zum Standard mausern – «das ist sicher». Denn der Anschluss hat Vorteile: So kann der neue Stecker beispielsweise nicht mehr falsch herum eingesteckt werden. Zudem war Apple schon mehrmals Vorreiter, als es galt, neue Technologien zu adaptieren oder alte wegzulassen. Bei früheren Macbook-Modellen wurden schon die LAN-Anschlüsse und das CD/DVD-Laufwerk gekillt. Und wo Apple hingehe, dahin würden andere Hersteller folgen, so die BBC.

Bis es so weit ist, müssen sich Nutzer allerdings noch mit den Adaptern herumschlagen. Immerhin freuen sich Dritthersteller darüber. «Es wird sicher bald Necessaires für Notebook-Adapter geben», schreibt Twitter-Nutzer Drew Breunig zu seinem Dongle-Bild. Wie der Tech-Blog Cnet.com schreibt, ist der erste Hersteller bereits aufgesprungen. Das Täschchen aus echtem Leder kostet 250 US-Dollar.

Hersteller Lenovo scheint Apples Adapter-Wahnsinn schon im Jahr 2008 vorausgeahnt zu haben, wie diese alte Werbung zeigt. (Video: Youtube/LoStreib)

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