03.11.2020 19:44

Stabile FallzahlenHat Basel die zweite Welle gebrochen?

Seit Ende Oktober ist bei den Fallzahlen im Kanton Basel-Stadt eine leichte Entspannung zu sehen. Haben die getroffenen Massnahmen die erhoffte Wirkung gezeitigt? Das sagt Kantonsarzt Thomas Steffen.

von
Oliver Braams

Darum gehts

  • Im Kanton Basel-Stadt sind die Fallzahlen seit ein paar Tagen rückläufig.

  • Für den Basler Kantonsarzt Thomas Steffen ist das eine erfreuliche Tendenz.

  • Ob die früh verschärften Massnahmen dafür verantwortlich seien, sei aber unklar.

Am 29. Oktober meldete Basel-Stadt 129 neue Corona-Infektionen. Dieser Rekord blieb bestehen, denn seither sind die Fallzahlen rückläufig. Am Montag waren es noch 70 Fälle und am Dienstag mit 77 wieder leicht mehr. Der Trend zeigt aber nach unten. Erntet der Kanton Basel-Stadt, der nach Baselland die zweittiefste 14-Tages-Inzidenz aller Kantone ausweist, bereits die Früchte der verschärften Corona-Massnahmen, während in der Romandie ein Kanton nach dem anderen – nach Genf und Neuenburg war am es am Dienstag Freiburg – in den Lockdown geht?

«Wir sind froh, dass die Fallzahlen in den letzten Tagen im Kanton Basel-Stadt nicht weiter stark angestiegen sind», sagt der Basler Kantonsarzt Thomas Steffen auf Anfrage. «Und wir hoffen, dass dies auch schon auf die früh ergriffenen Massnahmen zurückzuführen ist.»

Half früh eingeführte Maskenpflicht?

Es sei aber zu beachten, dass in einer Pandemie «regional unterschiedliche Verteilungsmuster» auftreten können. Diese können rein zufällig zustande kommen, so Steffen. «Gegebenenfalls sind sie aber auch von unterschiedlichen Faktoren wie dem Pandemieverlauf, der Bevölkerungsstruktur und den getroffenen Massnahmen beeinflusst.» Eine dieser Massnahmen könnte die früh in Basel verordnete Maskenpflicht in Einkaufsläden gewesen sein.

Steffen sagt aber auch: «Zum jetzigen Zeitpunkt fehlen noch die Daten und Analysen, um solche Phänomene abgrenzen zu können.» Daher könnten jetzt keine Aussagen zu zukünftigen Trends gemacht werden. «Auch nicht zur Notwendigkeit von weiteren Massnahmen», so Steffen.

77 Personen in Spitalpflege

Laut dem am Dienstag vom Gesundheitsdepartement Basel-Stadt publizierten Corona-Bulletin gibt es in Basel 840 aktive Fälle in Isolation und 2376 Personen in Quarantäne. Ausserdem befinden sich dem Gesundheitsdepartement zufolge 77 Personen in Spitalpflege, 12 davon auf einer Intensivstation. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit Corona lag am Dienstag unverändert bei 54. Der letzte Todesfall wurde Ende August gemeldet.

Ferner sind auch Infektionen bei Bewohnenden in Pflegeheimen aufgetreten, wie es heisst. Bisher seien elf Bewohner in vier Institutionen positiv getestet worden.

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