Javi Martínez: Hat Bayern-Star «Tribute von Panem» geschrieben?
Aktualisiert

Javi MartínezHat Bayern-Star «Tribute von Panem» geschrieben?

Javi Martínez hegt einen Verdacht: Er behauptet, dass ihm die Macher des Hollywood-Blockbusters die Idee geklaut haben.

von
kai
Bayern Münchens Javi Martínez hat auch eine künstlerische Ader.

Bayern Münchens Javi Martínez hat auch eine künstlerische Ader.

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Haben wir nicht alle schon einmal ungläubig im Kino gesessen und gedacht: Hey, die Idee zu diesem Film stammt doch aus meiner Feder?

Haben wir uns dann nicht mit Fortdauer des Films immer mehr aufgeregt, weil die Ähnlichkeiten mit dem Buch, das wir in unserer Jugend geschrieben hatten, derart frappierend waren?

Haben wir uns nicht über die Dreistigkeit der Macher geärgert, die zweifellos unseren Computer gestohlen haben mussten?

Haben wir uns nicht aus dem Klappstuhl erhoben und aufgebracht den Saal verlassen, bevor der Film zu Ende war?

Die Antwort auf alle diese rhetorischen Fragen ist dieselbe: Natürlich nicht. Wäre ja auch völlig absurd, solcherlei zu behaupten.

Javi Martínez hat genau das getan. Der spanische Profi von Bayern München erhebt in seiner Kolumne im «Socrates Magazin» den Anspruch, der geistige Vater eines Blockbusters zu sein. Er habe im Alter von 14, 15 Jahren begonnen, ein Buch zu schreiben, «und ob Sie es glauben oder nicht: Die Handlung entsprach ziemlich genau jener von Die Tribute von Panem – The Hunger Games». Zeitlich käme das durchaus hin, der erste Teil der Romantrilogie von US-Autorin Suzanne Collins, die als Vorlage diente, erschien erst 2008. Dennoch mutet die Behauptung des Fussballers reichlich grotesk an.

Dementsprechend gross war der Wirbel, Martínez' Zeilen verbreiteten sich in Windeseile. Also postete der 30-Jährige ein Bild auf Twitter, das ihn ein Buch lesend zeigt – eines des britischen Schriftstellers Ken Follett. Dazu schrieb er: «Ich lese gerade das Buch, das Ken Follett von mir geklaut hat.» Und markierte sich selbst noch einmal als «Der Autor von The Hunger Games». Unter dem Foto steht: «Nicht alles ist todernst gemeint.» An Martinez ist also in erster Linie ein Komiker verloren gegangen.

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