Sascha Lewandowski: Hat der Ex-Trainer einen 12-Jährigen missbraucht?
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Sascha LewandowskiHat der Ex-Trainer einen 12-Jährigen missbraucht?

Schwere Vorwürfe nach mutmasslichem Suizid: Gegen den früheren Bundesliga-Coach Sascha Lewandowski wurde wegen Kindsmissbrauchs ermittelt.

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Der ehemalige Leverkusen-Coach Sascha Lewandowski stirbt mit nur 44 Jahren. Er hat mutmasslich Selbstmord begangen.

Der ehemalige Leverkusen-Coach Sascha Lewandowski stirbt mit nur 44 Jahren. Er hat mutmasslich Selbstmord begangen.

AFP/Sascha Schuermann
Lewandowskis letzte Trainerstation war Union Berlin in der 2. Bundesliga. Im März 2016 trat er wegen eines Burnouts zurück. Sein Suizid könnte jedoch eine ganz andere Ursache haben: Wie deutsche Medien berichten, soll der Coach vor seinem Tod des Kindsmissbrauchs verdächtigt worden sein.

Lewandowskis letzte Trainerstation war Union Berlin in der 2. Bundesliga. Im März 2016 trat er wegen eines Burnouts zurück. Sein Suizid könnte jedoch eine ganz andere Ursache haben: Wie deutsche Medien berichten, soll der Coach vor seinem Tod des Kindsmissbrauchs verdächtigt worden sein.

AP/Matthias Schrader
Lewandowski (r.) war von 2007 bis 2012 Nachwuchstrainer bei Bayer Leverkusen. Von 2012 bis 2013 arbeitete er gemeinsam mit Sami Hyypiä als Cheftrainer. Nach Hyypiäs Entlassung im April 2014 übernahm Lewandowski bis Saisonende erneut das Bundesligateam der Leverkusener.

Lewandowski (r.) war von 2007 bis 2012 Nachwuchstrainer bei Bayer Leverkusen. Von 2012 bis 2013 arbeitete er gemeinsam mit Sami Hyypiä als Cheftrainer. Nach Hyypiäs Entlassung im April 2014 übernahm Lewandowski bis Saisonende erneut das Bundesligateam der Leverkusener.

AFP/Patrik Stollarz

Der mutmassliche Selbstmord des deutschen Fussballlehrers Sascha Lewandowski könnte einen erschütternden Hintergrund haben. Wie die WAZ berichtet, wurde gegen den 44-Jährigen wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs eines Kinds ermittelt. Staatsanwaltschaft und Polizei haben bislang offiziell jede Stellungnahme zu diesem gravierenden Vorwurf verweigert.

Im März war Lewandowski als Trainer des Zweitligisten Union Berlin wegen eines Burnouts zurückgetreten. So die Mitteilung des Vereins, die auf Lewandowskis Wunsch veröffentlicht worden war. Nun meldete die «Bild» am Donnerstagabend, Lewandowski sei am vergangenen Freitagabend von der Polizei in Dortmund angetrunken (0,88 Promille) bei einer Fahrzeugkontrolle angehalten worden. Er sei nicht allein gewesen.

Keine eindeutige Beweislage

Die WAZ veröffentlicht nun weitere brisante Details und beruft sich auf «glaubwürdige Quellen». Demnach stoppte die Polizei Lewandowski im Bahnhofsviertel, mit im Auto sass ein zwölf Jahre alter Junge. Offenbar hegten die Beamten den Verdacht eines sexuellen Missbrauchs. Sie nahmen Lewandowski fest, die Nacht zum Samstag soll er in Polizeigewahrsam verbracht haben.

Die Beweislage muss nicht ganz eindeutig gewesen sein. Denn anders als bei anderen Fällen des sexuellen Missbrauchs eines Kindss unter 14 Jahren wurde von der Staatsanwaltschaft kein Haftbefehl beantragt. Lewandowski kam nach einigen Stunden wieder frei, soll sich danach aber heftig mit seiner Lebensgefährtin gestritten haben, weshalb er die Nacht zum Sonntag in einem Hotel verbrachte.

Die Partnerin reiste danach beruflich ins Ausland. Er sei in die Wohnung zurückgekehrt. Dort habe er einen Abschiedsbrief sowie ein Testament verfasst und sich getötet.

Schock bei Bayer und Bundesliga-Vereinen

In der Saison 2012/2013 führte Lewandowski gemeinsam mit dem späteren FCZ-Coach Sami Hyypiä, der nicht über die nötige Trainerlizenz verfügte, die erste Mannschaft von Bayer Leverkusen, ehe er Nachwuchs-Cheftrainer beim Werksverein wurde. Im Duo mit dem stoischen Hyypiä war Lewandowski derjenige, der im Training den Ton und die Strategie vorgab. Nach der Entlassung Hyypiäs in Leverkusen fungierte Lewandowski nochmals als Interims-Chef.

Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler erreichte die Nachricht vom Tod Lewandowskis in Australien. «Es ist für uns alle kaum vorstellbar, dass Sascha tot ist. Er war ein toller Mensch, der all seine Kraft und Leidenschaft in seine Arbeit einbrachte», wurde Völler auf der Bayer-Homepage zitiert. Er hatte Lewandowski vom Jugend- zum Bundesliga-Coach befördert.

(20 Minuten)

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