Aktualisiert 19.07.2019 17:27

HallwilerseeHat der Kaiman jetzt wieder Hunger?

Nach einigen Tagen Verdauung könnte das Reptil vom Hallwilersee wieder auf Jagd gehen. Enten, Fische und Schnecken stehen auf dem Speiseplan.

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pam
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Im Hallwilersee soll sich ein Kaiman (Bild) herumtreiben. Davon gehen die Behörden derzeit aus, nachdem ein Fischer offenbar glaubhaft geschildert hat, er habe am Sonntagabend bei Beinwil am See AG ein Reptil gesehen.

Im Hallwilersee soll sich ein Kaiman (Bild) herumtreiben. Davon gehen die Behörden derzeit aus, nachdem ein Fischer offenbar glaubhaft geschildert hat, er habe am Sonntagabend bei Beinwil am See AG ein Reptil gesehen.

Wikipedia/ Francisco Peralta Torrejon
Laut einem Experten ist es warm genug, dass ein Kaiman den Sommer im See überleben könnte.

Laut einem Experten ist es warm genug, dass ein Kaiman den Sommer im See überleben könnte.

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Eine Suchaktion am Montagmorgen blieb erfolglos, teilte die Kantonspolizei Aargau mit.

Eine Suchaktion am Montagmorgen blieb erfolglos, teilte die Kantonspolizei Aargau mit.

Wikipedia/ Michael Wolf

Seit Dienstag hält der Kaiman am Hallwilersee, den ein Fischer und zwei Kinder gesichtet haben wollen, die Schweiz in Atem. Das Reptil ist, seit es am Sonntag eine Ente gerissen hatte, nicht wieder aufgetaucht. Wie lange reicht ihm diese Nahrung? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Wann hat der Kaiman wieder Hunger?

Dies hänge davon ab, wie ausgehungert der Kaiman war, als er die junge Ente gefressen hatte, sagt Samuel Furrer, Zoologe und Leiter Fachstelle Wildtiere beim Schweizer Tierschutz STS. «Wenn er keine Reserven hatte, dürfte er nach einer Woche wieder Hunger haben.» Ansonsten reiche eine Ente auch gut mal zwei Wochen. Bruno Fürst, Park-Ranger am Hallwilersee, sagte zur SRF-Sendung «10 vor 10»: «Er macht drei bis vier Tage ein Verdauungsschläfchen.» Falls das Tier dann wieder Hunger verspüre, werde es sich wieder auf die Suche nach einem Opfer machen.

Was steht beim Reptil auf dem Speiseplan?

«Das Tier ist pragmatisch und frisst alles, das es verschlucken kann», sagt Furrer. Dies könnten Enten und Fische, aber auch Schnecken sein. Zum Jagen müsse es sich nicht unbedingt ins offene Wasser wagen, Nahrung gebe es auch im Schilfgebiet, was eine mögliche Sichtung durch Menschen erschweren könnte. Für Ranger Fürst könnten auch Ratten ins Beuteschema passen. Und bei einem grossen Kaiman sei auch eine Katze als Beute denkbar.

Was macht die Polizei?

Die Kantonspolizei Aargau betont, das Tier sei für Menschen ungefährlich, es könne bedenkenlos im Hallwilersee gebadet werden. Auf Anfrage wiederholt Sprecher Bernhard Graser seine Aussage vom Mittwoch: «Eine Suchaktion macht keinen Sinn, weil es sehr schwierig ist, das Tier zu finden.»

Existiert der Kaiman überhaupt?

Womöglich hat sich der Fischer, der den Kaiman gesehen hat, ja doch getäuscht, meint Zoologe Samuel Furrer. «Mittlerweile haben so viele wachsame Personen den See abgesucht, und niemand konnte das Tier finden.» Bruno Fürst dagegen sagte zu «10 vor 10»: «Mich würde es gar nicht wundern, wenn im See tatsächlich ein Kaiman drin wäre.» Denn es habe auch ausgesetzte Schmuckschildkröten aus dem Mississipi sowie Kois im See. Der Fischer indes hält der Sichtung des Kaimans fest: «Ich habe den Schwanz beim Hinuntertauchen deutlich gesehen.»

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