Aktualisiert 14.11.2011 16:52

Explosion im IranHat der Mossad wieder zugeschlagen?

Eine Explosion nahe Teheran hat am Samstag 17 Menschen das Leben gekostet. Jetzt machen Gerüchte die Runde, der israelische Geheimdienst sei dafür verantwortlich.

von
aeg
Raketenexperte Hassan Moghaddam (Bild rechts) wurde bei der Explosion getötet.

Raketenexperte Hassan Moghaddam (Bild rechts) wurde bei der Explosion getötet.

Nach Angaben der iranischen Regierung sind bei einer Explosion in einem Munitionsdepot in der Nähe der Hauptstadt Teheran 17 Menschen ums Leben gekommen. Offiziell hat es sich dabei um einen Unfall gehandelt. Doch nun sind Zweifel an dieser Darstellung aufgekommen.

Grund dafür: Unter den Toten ist auch ein ranghoher Experte für Raketenantrieb. General Hassan Moghaddam soll unter anderem für die Entwicklung der Antriebssysteme «Shihab» und «Silsal» verantwortlich gewesen sein. Laut der Nachrichtenagentur Fars war er «wesentlich in die Entwicklung der Landesverteidigung des Irans» involviert, wie Spiegel Online schreibt.

Spur zum Mossad

Als solches hatte er auch Kontakte zur radikal-islamischen Hamas-Bewegung in Palästina, genauer zu Mahmud al Mabhuh, wie israelische Medien wissen. Mabhuh war in 2010 in Dubai mutmasslich vom israelischen Geheimdienst Mossad ermordet worden. Von Dubai aus wollte er Raketen in den Gazastreifen schmuggeln.

Gut möglich also, dass der Mossad nun auch Hassan Moghaddam direkt eliminieren wollte und dies auch schaffte. Weil Moghaddams Raketensysteme neben der Hamas auch von der Hisbollah im Libanon genutzt wurden, war er für die Israeli ein Ziel geworden.

Die Explosion habe sich laut israelischen Meldungen nicht in einem Munitionsdepot beim Transport explosiver Ware ereignet, sondern auf einem Raketenstützpunkt. Laut einem nicht genannten Informanten in den USA, der gute Kontakte nach Israel unterhalten soll, war der Mossad zusammen mit der iranischen Volksmujahedin für den Anschlag verantwortlich, berichtet der britische Telegraph.

Mehrere Anschläge im Iran

Der Mossad und die Volksmujahedin sollen laut dem US-Journalisten Richard Silverstein seit längerer Zeit gemeinsam Anschläge und Sabotageakte im Iran durchführen: «Es ist hinlänglich bekannt in Geheimdienstkreisen, dass die Israeli die Volksmujahedin zu Spionagezwecken benutzen.»

In den letzten Jahren sind immer wieder Berichte über solche Taten in den Medien erschienen. So wurde im vergangenen Jahr ein iranischer Atomforscher von zwei Motorradfahrern ermordet. Und ein Computervirus namens Stuxnet nahm ebenfalls das iranische Atomprogramm ins Visier. Von Israelischer Seite gibt es keinerlei Kommentar zu dahingehenden Gerüchten. Die Volksmujahedin verneinen, sie würden hinter den Anschlägen stecken.

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