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Besucher aus dem AllHat der seltsame Asteroid Alien-Technik an Bord?

Ein interstellares Objekt wurde vor kurzem in unserem Sonnensystem entdeckt. Nun wird geprüft, ob es sich dabei um mehr als nur einen Asteroiden handelt.

von
jcg

'Oumuamuas Weg durch unser Sonnensystem. (Video: ESO)

Im November machte die Meldung Schlagzeilen, dass ein zigarrenförmiges, rund 400 Meter langes Etwas durch unser Sonnensystem rast. Seine Bahn verriet: Es kann unmöglich aus unserem Sonnensystem stammen. Die Experten vermuteten erst, dass es sich um einen Asteroiden handelt, der sich seit Hunderten von Millionen Jahren durch die Milchstrasse bewegt. Doch ein Asteroid von dieser Form wurde bisher noch nie beobachtet.

Könnte es sein, dass dieses Objekt gar keinen natürlichen Ursprung hat? Dieser Frage gehen ab heute Astronomen des Breakthrough-Listen-Projekts nach. Das Forschungsprogramm hat sich seit 2015 der Suche nach Hinweisen auf ausserirdische Zivilisationen verschrieben und wird vom Internet-Millionär Juri Milner finanziert. In einer ersten Phase soll das Green-Bank-Teleskop in West Virginia während zehn Stunden auf das 'Oumuamua genannte Objekt gerichtet werden. In dieser Zeit wird auf vier verschiedenen Frequenzbändern überprüft, ob der vermeintliche Asteroid irgendwelche Funksignale abgibt.

Sind wir allein?

Avi Loeb, Astronomieprofessor in Harvard und Berater des Projekts, erklärte dem «Guardian»: «Höchstwahrscheinlich ist es natürlichen Ursprungs, aber da es so aussergewöhnlich ist, möchten wir prüfen, ob es Anzeichen gibt, die für einen künstlichen Ursprung sprechen, wie etwa Radiosignale.» Würde man ein Signal empfangen, das künstlichen Ursprungs zu sein scheint, wüsste man es augenblicklich, so Loeb weiter.

Das Objekt, das im Oktober erstmals von einem Teleskop in Hawaii erfasst wurde, ist inzwischen etwa doppelt so weit von der Erde entfernt wie die Sonne. Trotzdem lohnt es sich noch mit Green-Bank-Teleskop genauer hinzuhören. Es ist so stark, dass es auf diese Distanz sogar das Signal eines Mobiltelefons aufspüren kann.

«Die Chance, dass wir etwas hören werden, ist sehr klein, aber wenn wir es tun sollten, würden wir sofort darüber berichten und versuchen, es zu deuten», sagte Loeb. «Selbst wenn wir nur ein Artefakt finden würden, das dort zurückgelassen wurde, und keine Lebenszeichen, wäre dies das Aufregendste, was ich mir in meinem Leben vorstellen könnte. Es ist wirklich eine der grundlegenden Fragen in der Wissenschaft, vielleicht die grundlegendste: Sind wir allein?»

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