16.06.2017 03:51

Zürich-Albisrieden

Hat der Sohn seinen Vater im Drogenrausch getötet?

Der 27-Jährige, der seinen Vater in Zürich-Albisrieden erstochen hat, soll die Tat unter dem Einfluss von Cannabis begangen haben.

von
Jennifer Furer/Stefan Hohler
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Der getötete Vater M.L.* (Mitte) mit Sohn T.L.* (links) und seinem jüngeren Bruder.

Der getötete Vater M.L.* (Mitte) mit Sohn T.L.* (links) und seinem jüngeren Bruder.

M.L.* mit seiner Frau, die beim Familiendrama schwer verletzt wurde.

M.L.* mit seiner Frau, die beim Familiendrama schwer verletzt wurde.

Zum Tatmotiv äusserten sich die Untersuchungsbehörden aber nicht, doch im Wohnquartier war von Drogen die Rede. Diese Vermutung ist durch einen frei zugänglichen Facebook-Eintrag des Bruders des mutmasslichen Täters bestätigt worden. Das Facebook-Profil hat der 24-Jährige inzwischen gelöscht.

Zum Tatmotiv äusserten sich die Untersuchungsbehörden aber nicht, doch im Wohnquartier war von Drogen die Rede. Diese Vermutung ist durch einen frei zugänglichen Facebook-Eintrag des Bruders des mutmasslichen Täters bestätigt worden. Das Facebook-Profil hat der 24-Jährige inzwischen gelöscht.

Ein schreckliches Bild bot sich den Rettungskräften, als sie in der Nacht vom 15. auf den 16. Dezember 2016 in eine Genossenschaftswohnung in Zürich-Albisrieden ausrücken mussten: Der 52-jährige Familienvater war tot, die Mutter und die beiden Brüder schwer verletzt.

Der ältere der beiden Brüder, ein 27-Jähriger, ist auch der mutmassliche Täter und befindet sich seitdem in Haft. Alle hatten Schnitt- und Stichwunden. Zur Tatzeit war auch die Freundin des 24-jährigen Bruders in der Wohnung. Sie wurde nicht verletzt, offenbar konnte sie sich verstecken.

Heftiger Streit geriet ausser Kontrolle

In der Tatnacht war es laut Polizei in der Wohnung zu einer heftigen Auseinandersetzung gekommen, die schliesslich ausser Kontrolle geriet. Zum Tatmotiv äusserten sich die Untersuchungsbehörden aber nicht, doch im Wohnquartier war von Drogen die Rede. Diese Vermutung ist durch einen frei zugänglichen Facebook-Eintrag des Bruders des mutmasslichen Täters bestätigt worden. Das Facebook-Profil hat der 24-Jährige inzwischen gelöscht.

Der junge Mann zeigte zwei Monate nach der Tat auf seinem Facebook-Account einen Screenshot (Bildschirmfoto) einer Diskussionssendung auf TalkTäglich von TeleZüri, in der die Berner SVP-Grossrätin Sabina Geissbühler über die Gefahr von Cannabiskonsum sprach. Der Kommentar eines Facebook-Users: «Grad en Joint graucht und ah d'Frau Geissbühler und ihre Kampf geg di mordende Kiffer denkt.» Daneben zwei lachende Smiley-Köpfchen.

«Die Frau het recht»

Die Antwort des Bruders auf diesen flapsigen Spruch: «Viel lachet drüber. Aber die Frau het recht, ich has erlebt.» In einem weiteren öffentlich zugänglichen Facebook-Eintrag schrieb der Bruder eine Redewendung der Indios: «En la fiebre de la venganza también un buen hombre se vuelve bestia.» (Im Rausch der Rache wird auch ein guter Mensch zur Bestie.)

Sohn (27) ersticht seinen Vater

In der Nacht auf Freitag kam es in Zürich-Albisrieden zu einem Familiendrama. Der Vater ist tot, die Mutter und beide Söhne schwer verletzt.

20 Minuten sprach nach dem Drama mit einer Nachbarin. (Video: jen)

Es soll in der Familie immer wieder zu Streitereien gekommen sein. Der mutmassliche Täter hat laut Nachbarn psychische Probleme und war schon lange in Behandlung. Zudem soll er Drogen konsumiert haben. Der 27-Jährige arbeitete nicht und sei draussen selten anzutreffen gewesen. Die Schweizer Familie hat inzwischen die Genossenschaftswohnung aufgegeben und ist ausgezogen.

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