Britische TV-Doku - Hat der Verdächtige im Mordfall Maddie ein Alibi für die Tatnacht?
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Britische TV-DokuHat der Verdächtige im Mordfall Maddie ein Alibi für die Tatnacht?

Mögliche Wende im mysteriösen Fall von Maddie McCann: Gemäss einer aktuellen britischen TV-Doku soll der mordverdächtige Christian Brückner (45) in der Nacht, in der das Mädchen verschwand, 30 Minuten entfernt gewesen sein.

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Christian Brückner (45) der Verdächtige im Fall Maddie McCann, wurde in Deutschland unter anderem wegen sexueller Misshandlung von Kindern verurteilt.

Christian Brückner (45) der Verdächtige im Fall Maddie McCann, wurde in Deutschland unter anderem wegen sexueller Misshandlung von Kindern verurteilt.

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Staatsanwalt Hans Christian Wolters ist fest von Brückners Schuld überzeugt.

Staatsanwalt Hans Christian Wolters ist fest von Brückners Schuld überzeugt.

Reuters
Bei ihrem Verschwinden war Maddie fast vier Jahre alt. Bis heute fehlt jegliche Spur der heute 18-Jährigen.

Bei ihrem Verschwinden war Maddie fast vier Jahre alt. Bis heute fehlt jegliche Spur der heute 18-Jährigen.

AFP

Darum gehts

  • Der Verdächtige im Fall Maddie, der deutsche Christian Brückner (45) wird angeblich durch eine neue TV-Doku entlastet.

  • Eine Frau soll belegen können, dass er in der Tatnacht mit ihr zusammen war.

  • Die Anklage in Braunschweig weiss noch nichts von dieser Zeugin, würde sie aber gerne vernehmen, «wenn neue Erkenntnisse auftauchen».

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ist seit 2020 überzeugt, dass der vorbestrafte Pädophile Christian Brückner für die Verschleppung und spätere Ermordung der kleinen Maddie McCann verantwortlich ist. Das Mädchen war im Mai 2007 aus einer Ferienanlage an der portugiesischen Algarve verschwunden und wurde wohl getötet.

Brückner, ein vorbestrafter Pädophiler und Drogendealer, hatte sich zwischen 1995 und 2007 regelmässig an der Algarve aufgehalten, zum Zeitpunkt des Verschwindens von Maddie war er ebenfalls in Praia da Luz. Verschiedene Indizien, etwa Telefonie-Daten, lassen die Ermittler glauben, dass Brückner das Mädchen entführte und später umbrachte. Die Braunschweiger Justiz hat den Fall bei sich, weil Brückner seinen letzten gemeldeten Wohnsitz dort hatte.

Entlastet TV-Doku Mordverdächtigen?

Doch wie die «Bild»-Zeitung nun berichtet, soll eine britische TV-Doku Brückner entlasten. Eine Frau habe im Mai 2007 «fast jeden Abend» mit dem Verdächtigen verbracht. Gegenüber der Polizei konnte die Frau zwar nicht mehr angeben, ob dies am 3. Mai auch der Fall war, sie berichtete aber, Brückner habe damals keinerlei Verhaltensänderungen gezeigt, wie man sie nach einem Mord erwarten könnte.

In den Tagen nach Maddies Verschwinden, so die Frau weiter, seien sie und Brückner zudem in eine Polizeikontrolle geraten. Auch da habe Brückner keinerlei Zeichen von Nervosität gezeigt.

Die Handydaten, das behauptet die Doku weiter, seien kein zwingend belastendes Indiz: Es könne gut sein, dass ein deutscher Bekannter von Brückner, der bislang nur als Zeuge gilt, dessen Mobiltelefon am Tatabend genutzt habe.

Staatsanwalt ist überrascht

20 Minuten sprach am Montag mit dem zuständigen ersten Braunschweiger Staatsanwalt Hans Christian Wolters. Dass eine neue Zeugin aufgetaucht sein soll, die dem Verdächtigen möglicherweise ein Alibi geben kann, war ihm «gänzlich neu», wie er sagt. «Wieso hat der Verteidiger von Christian B. nichts gesagt?», fragt er sich. Christian Brückner selbst habe in all der Zeit hinter Gittern jedenfalls keine Angaben zur Sache gemacht.

Sollte die in der britischen TV-Doku präsentierte neue Zeugin tatsächlich neue Erkenntnisse zum Fall Maddie einbringen können – was Wolters bezweifelt – werde man die Frau aber selbst vernehmen.

Ende Februar wird es für Christian B. so oder so juristisch wieder unangenehm: Er wird verdächtigt, in Portugal eine Irin vergewaltigt zu haben. Ende Februar dürften die Ermittlungen in diesem Fall abgeschlossen werden und eine weitere Anklage auf den Deutschen zukommen.

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