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New YorkHat die Polizei die Mörder umzingelt?

Seit knapp vier Tagen sind zwei gefährliche Mörder aus dem US-Staat New York auf der Flucht. Jetzt hat die Polizei einen heissen Tipp erhalten.

von
cfr

Die Mörder Richard Matt, 48, und David Sweat, 34, sind wie vom Erdboden verschluckt. Am Sonntag früh brachen die zwei Schwerverbrecher aus dem Hochsicherheitsgefängnis von Dannemora, New York aus. Trotz einer Suchaktion mit 250 Polizisten, Suchhunden und Helikoptern gab es keine Spur von den zwei Männern – bis jetzt.

Dienstagnacht schlug ein Anwohner von Willboro, einem 2000-Seelen-Ort im Staat New York, Alarm: Er habe die Mörder in seinem Garten gesichtet. Der Mann, der aus Sicherheitsgründen anonym bleiben will, erzählt ABC News, er sei gegen 00.30 Uhr nach Hause gekommen, als er zwei Männer mit einem Gitarrenkoffer in seinem Garten gesehen habe. Als er fragte, was sie dort täten, antwortete der eine: «Wir haben uns verlaufen. Wir wissen nicht, wo wir sind, wir sind in der falschen Strasse.» Dann rannten sie davon.

Strassen sind gesperrt

Der Mann meldete sich bei der Polizei. Diese durchsuchte seinen Garten. Die Spürhunde schlugen auf die Fährte an, verloren diese dann aber wieder. Am nächsten Morgen durchkämmten Hunderte Beamte den Ort, der nur 40 Meilen (64 Kilometer) vom Gefängnis entfernt ist, aus dem die beiden Mörder ausgebrochen waren (siehe Karte unten).

«Beamte gehen von Tür zu Tür», teilte die New Yorker Polizei mit. «Wenn Sie etwas Ungewöhnliches beobachten, melden Sie sich bitte umgehend bei der Polizei.» «Sie haben die Strassen geschlossen», erzählten Bewohner einem «Buzzfeed»-Reporter.

Anwohner laden ihre Gewehre

Bislang blieb die Suche ohne Erfolg. Nachbarn mutmassen, die zwei Männer seien vermutlich in den nahen Wald geflohen – auch diesen suchte die Polizei ab, ergebnislos. Die Bevölkerung ist nervös, einige bereiten sich auf das Schlimmste vor: «Mein Mann und ich haben einen Waffenschein. Unsere Gewehre sind geladen», sagte Teresa Sayward, eine ehemalige republikanische Lokalpolitikerin. «Hoffentlich müssen wir sie nicht benutzen.» Ihre Farm liegt in der Nähe des Ortes, wo die beiden Mörder gesichtet wurden.

Auch die Ordnungshüter bleiben vor Ort: «Überall sind Polizisten», sagt der 62-jährige Richard House der «New York Daily News». «Aber es wird schwierig sein, hier jemanden zu finden. Es ist eine schwer zugängliche Gegend, wir sind mitten in den Bergen.»

Helferin besann sich in letzter Minute eines Besseren

Unterdessen ist auch mehr über die angebliche Komplizin der Mörder, Joyce Mitchell, bekannt. Gemäss CNN soll der ausgebrochene Richard Matt die verheiratete Mitchell bezirzt haben, damit sie dem Verbrecher-Duo bei der Flucht hilft. Die Frau arbeitet gemäss «New York Daily News» als Berufsausbildnerin in der Clinton Correctional Facility. Die Angestellte des Gefängnisses sollte die Männer beim Gefängnis abholen und wegfahren.

Doch Mitchell bekam wohl kalte Füsse: Statt Fluchthelferin zu spielen, checkte sie am Wochenende wegen Panikattacken in ein Spital ein. «Der Killer schaffte es, ihr Herz zu gewinnen, nicht aber einen Platz in ihrem Auto», schreibt die «New York Daily News».

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