Fackeln im Letzigrund: Hat die Stadt bei der Sicherheit geschlafen?
Aktualisiert

Fackeln im LetzigrundHat die Stadt bei der Sicherheit geschlafen?

Das Letzigrund-Stadion ist nicht für Hochrisikospiele geeignet. Dashalb fordert der FC Zürich bauliche Massnahmen. Doch bei der Stadt stiess das Anliegen bisher auf taube Ohren.

von
Amir Mustedanagic

Gefährliche Fackelwürfe und niedergerissene Gitter am letzten Sonntag haben Mängel im Zürcher Letzigrund-Stadion offenbart. «Der Letzi ist einfach zu wenig auf Fussball ausgerichtet», sagt Martin Guglielmetti, Sicherheitsverantwortlicher beim FC Zürich. Das zeigt sich besonders an Hochrisikospielen. Deshalb fordert der FC Zürich von der Stadt bauliche Massnahmen: «Die Gitter zwischen den Sektoren müssen höher und stärker werden», sagt Guglielmetti. Angesichts der Fackelwürfe seien auch Netze ein Thema.

«Vielleicht öffnen die Fackelwürfe der Stadt die Augen»

Mitschuldig an den Mängel ist auch die Stadt. Denn die baulichen Probleme sind nicht zum ersten Mal Diskussionsthema zwischen dem FCZ und der Stadt Zürich. «Die Stadt weiss längst von den Mängeln, bisher stiessen unsere Forderungen aber auf taube Ohren», sagt Guglielmetti. Das Letzigrund werde von der Stadt als Event- und Leichtathletikstadion betrachtet, was die Umsetzung bisher schwierig machte. Die Stadt schweigt zu den Vorwürfen: Das Hochbaudepartement verweist an den Stadionmanager Peter Landolt. Dieser ist trotz mehrmaliger Nachfrage nicht erreichbar.

Family-Corner wird möglicherweise umplatziert

Nach dem letzte Sonntag hegt man nun beim FCZ neue Hoffnung: «Vielleicht öffnen die Fackelwürfe der Stadt die Augen», sagt Guglielmetti. Es sei traurig, aber oft müsse erst etwas passieren, bis Vorschläge Gehör fänden. Der FC Zürich hat deshalb bereits am Montag mit den Verantwortlichen der Stadt getagt: «Wir haben die Massnahmen nochmals vorgeschlagen», so Guglielmetti. Nun könne man nichts als hoffen.

Der Verein selbst zieht womöglich bereits in den nächsten Wochen erste Konsequenzen aus den wüsten Szenen vom Sonntag, sagt Guglielmetti. Bisher lag der Familien-Sektor in gefährlicher Nähe des Gästesektors. Das könnte sich ändern: «Wir überlegen uns, ob wir den Family-Corner in der kommenden Saison umplatzieren.»

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