Aktualisiert 13.06.2014 18:55

Wieder FehlentscheideHat die WM bereits ein Schiri-Problem?

Zwei Tore wurden Mexiko in der ersten Halbzeit des Duells gegen Kamerun aberkannt. Beide Treffer hätten zählen müssen. Bislang überzeugen die Unparteiischen in Brasilien nicht.

von
fbu

Nach dem umstrittenen Penalty-Entscheid stehen auch im zweiten WM-Spiel zwischen Mexiko und Kamerun (1:0) wieder die Unparteiischen im Fokus. Zweimal traf Giovanni Dos Santos in der ersten Halbzeit in den Kasten von Kamerun, zweimal ging die Fahne des Linienrichters hoch. Die Zeitlupe sollte zeigen: Beides mal war die Entscheidung falsch.

In der 12. Minute traf Dos Santos nach einer Flanke. Die Entscheidung war knapp, aber trotzdem ist in den Video-Bildern klar ersichtlich, dass das Tor hätte zählen müssen. Das bestätigt auch Schweizer Schiedsrichter-Chef Carlo Bertolini. Er erklärt, wie der Fehlentscheid zustande gekommen war: «Der Schiedsrichter steht einen Meter zu nahe am Tor, ausserdem konnte er vermutlich die Ballabgabe beim Pass nicht sehen.»

Das erste aberkannte Tor von Giovanni Dos Santos. (Quelle: SRF)

Auch beim zweiten anullierten Treffer des Mexikaners per Kopf spricht Bertolini klar von einem Fehlurteil des Referee-Gespanns. «Der Linienrichter hätte beim Schiedsrichter abklären müssen, ob ein Mexikaner den Ball tatsächlich verlängert hat. In diesem Falle wurde die Frage nicht gestellt oder er hat eine falsche Antwort gekriegt.» Immerhin konnte Mexiko den Sieg dank dem Treffer von Oribe Peralta trotzdem noch nach Hause bringen.

Das zweite aberkannte Tor von Giovanni Dos Santos. (Quelle: SRF)

Nach drei Fehlentscheiden in zwei Spielen hat die noch sehr junge WM 2014 in Brasilien bereits ein Schiedsrichter-Problem. Bleibt zu hoffen, dass nach den noch anstehenden Partien nicht nur vom Referee gesprochen wird.

Busacca verteidigt Eröffnungsspiel-Schiri

Der Schiedsrichter-Chef der Fifa, Massimo Busacca, hat sich zur Schiedsrichterleistung im Eröffnungsspiel zu Wort gemeldet und den Japaner Yuichi Nishimura für seinen Penaltypfiff für Brasilien im Eröffnungsspiel verteidigt.

«Es ist nicht Schwarz oder Weiss. Es gibt auch Zwischenstufen, und der Schiedsrichter muss die Gestik beurteilen», sagte der Tessiner am Freitag in Rio de Janeiro. Es habe einen Kontakt mit beiden Händen zwischen dem kroatischen Verteidiger Dejan Lovren und Brasiliens Stürmer Fred gegeben. Allen WM-Teams seien vor dem Turnier Videos gezeigt worden, in denen auch das Thema Halten und Klammern thematisiert wurde, berichtete Busacca.

Über weitere Turniereinsätze von Nishimura wollte sich Busacca noch nicht äussern: «Wir hatten bislang noch keine Zeit für eine ausführliche Analyse.» Der ehemalige Weltklasse-Referee aus Bellinzona wehrte sich aber vehement dagegen, dem Asiaten zu unterstellen, er habe absichtlich zugunsten des WM-Ausrichters entschieden. Das sei pure Fantasie. «Ich habe im Spiel nur eine Sekunde Zeit für meinen Entscheid», sagte Busacca.

(fbu/si)

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