Rupperswil AG: Hat ein Unbekannter die Familie getötet?
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Rupperswil AGHat ein Unbekannter die Familie getötet?

In Rupperswil wird gerätselt, wer die vier Personen umgebracht haben könnte. Ex-Mann und Partner der Mutter sollen nicht dringend tatverdächtig sein.

von
som/ann

Auch zwei Tage nachdem im aargauischen Rupperswil vier Personen in einem Einfamilienhaus tot aufgefunden worden sind, ist vieles rätselhaft. Noch immer steht die definitive Identifizierung der Toten aus. Die Staatsanwaltschaft wird aber vermutlich heute noch informieren. Klar ist bisher, dass die Opfer Messerstiche aufwiesen und beim Brand, der vermutlich zur Vertuschung der Tat gelegt wurde, stark verkohlt wurden.

Derweil mehren sich die Hinweise, nach denen die 48-jährige Mutter und ihre beiden Söhne (13 und 19) zu den Opfern gehören. Die vierte Tote soll die 21-jährige Freundin des älteren Sohnes sein.

Gehörte der Täter nicht zum engen Familienkreis?

Der 48-jährige Lebenspartner der Mutter, der mit der Mutter und den Söhnen zusammenlebte, soll hingegen nicht unter den Opfern sein. Er verbrachte möglicherweise die Nacht gar nicht im Haus. Denn die Polizei sucht Zeugen, die zwischen Sonntagabend und Montagmittag Verdächtiges beobachtet haben.

Offenbar gehören weder der Lebenspartner noch der Ex-Mann zu den dringend Tatverdächtigen, denn beide befinden sich noch auf freiem Fuss. Die Polizei ermittelt aber auf Hochtouren und überprüft und befragt dabei das Umfeld der Familie. Wer diese Tat begangen haben könnte, ist derzeit völlig unklar. Es könnte auch eine Person ausserhalb des engen Familienkreises wesen sein, ein bisher Unbekannter. Ein klassisches Familiendrama scheint es jedenfalls auf den ersten Blick nicht zu sein.

Familie galt überall als «supernett»

In Rupperswil kann man sich auch nur schwer vorstellen, dass einer der beiden Männer etwas mit der Tat zu tun haben könnte. Sowohl der neue Lebenspartner wie auch der Ex-Mann werden als «sympathisch und nett» beschrieben. Und: Die beiden Söhne seien immer noch in gutem Kontakt mit dem Vater gestanden und hätten ihn oft besucht.

Auch die Mutter war im Quartier beliebt. Freunde des jüngeren Sohns, die oft bei ihm zu Hause waren, beschreiben die Atmosphäre als fröhlich. Die ganze Familie sei «supernett» gewesen.

Trauernde Klassenkameraden

Beim Haus in Rupperswil, in dem sich die Tat abgespielt hat, kommen ständig Leute vorbei. Insbesondere Klassenkameraden des jüngeren Sohnes sind in grosser Trauer. Viele verloren einen guten Freund. Sie legen Kerzen, Briefe und Blumen nieder.

Alle rätseln, was im Haus der Familie in Rupperswil passiert sein könnte. Von aussen sieht man dem Gebäude trotz des Brandes nicht an, welch schreckliche Szenen sich im Innern abgespielt haben müssen.

Hund Chilli lebt noch

Nur einer soll laut Nachbarn alles überlebt haben: Chilli, der Hund der Familie. Eine Nachbarin soll ihn am Montag vor oder nach der Tat – darüber herrscht auch im Quartier Unklarheit – abgeholt haben.

Die Staatsanwaltschaft stellt für morgen Donnerstag weitere Informationen in Aussicht.

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