Aktualisiert 04.03.2011 13:06

Mutter der Zwillinge«Hat er eine Komplizin in Lyon abgeholt?»

Die Familie der entführten Zwillinge Alessia und Livia schöpft neue Hoffnung: Hat der Vater möglicherweise eine Komplizin am Flughafen Lyon einsteigen lassen?

von
fum

Der Fall rund um die beiden vermissten Zwillingsmädchen Alessia und Livia und ihren Vater Matthias S. bleibt mysteriös: Noch immer arbeiten die Ermittler in allen drei involvierten Ländern mit Hochdruck daran, Licht in die weiterhin dunklen Punkte der Entführung zu bringen.

Neben dem Verbleib der beiden Kinder bleibt insbesondere auch der Reiseweg des Vaters ein Rätsel: Weshalb fuhr er am Sonntag, 30. Januar, mit seinem Audi A6 nicht auf direktem Weg nach Marseille? Matthias S.' Mobiltelefon wurde an jenem Abend nämlich in unmittelbarer Nähe des Flughafens Lyons, also mehr als eine halbe Autostunde von der eigentlichen Route entfernt, ein letztes Mal geortet.

Der Strohhalm der Hoffnung

Die Familie der Zwillinge schöpft aus dieser Ungereimtheit neue Hoffnung. «Wir fragen uns, ob Matthias S. womöglich eine Komplizin am Flughafen Lyon abgeholt hat», sagt die Mutter der Mädchen gegenüber 20 Minuten Online. Dies würde auch erklären, weshalb der Vater beispielsweise beim Kauf der Fährtickets ohne die Mädchen gesichtet wurde. Waren sie während dieser Zeit von der unbekannten Frau betreut?

Grundlage dieses Strohhalms der Hoffnung sind Aussagen mehrerer Personen auf Korsika, die Alessia und Livia in Begleitung einer blonden Frau gesehen haben wollen. Aufgrund der gemachten Angaben stuft die Polizei die Zeugen als glaubwürdig ein - ein Hinweis, der die Familie hoffen lässt, dass sich die Kinder bis zum heutigen Tag in der Obhut der Unbekannten befinden könnten.

Frau während der Planung kontaktiert?

Da die Familie in früheren Jahren mehrere Male die Ferien auf der Mittelmeerinsel verbrachte, lag die Vermutung nahe, dass sich Matthias S. und die «blonde Frau» aus dieser Zeit kannten. Die Mutter der Zwillinge ist allerdings überzeugt, «nie eine Frau getroffen zu haben, die der Beschreibung entspricht».

Sollte die Piste der unbekannten Begleiterin also wahr sein, bleibt nur die Hypothese, dass Matthias S. sie bei der akribischen Planung seiner Tat kontaktiert und irgendwo auf der Flucht aufgegriffen hat. Der von 20 Minuten Online kontaktierte Kindsrückentführer stützt diese These: «Kidnapper haben immer Helfer und Helfershelfer. Ich glaube, dass Livia und Alessia noch am Leben sind.»

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