Informatiker aus Küsnacht ZH: Hat er seine Ex-Frau in der Badewanne ertränkt?
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Informatiker aus Küsnacht ZHHat er seine Ex-Frau in der Badewanne ertränkt?

Eine 43-jährige Frau wird daheim in der Badewanne aufgefunden – tot. Die Staatsanwaltschaft geht zuerst von einem Unfall aus. Inzwischen sitzt aber ihr Ex-Mann in U-Haft.

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20M
In diesem Küsnachter Quartier wurde die Frau in ihrem Badezimmer tot aufgefunden.

In diesem Küsnachter Quartier wurde die Frau in ihrem Badezimmer tot aufgefunden.

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Den Stein ins Rollen gebracht hat die Zürich-Versicherung – und zwar als der Ex-Mann der Verstorbenen, ein Informatiker, ihre Todesfall-Risiko-Versicherung kassieren wollte. Die «Zürich» gab daraufhin ein Gutachten beim Institut für Rechtsmedizin in Aarau in Auftrag. Dieses geht von Fremdeinwirkung aus.

Die Rechtsmediziner der Universität Zürich hatten es anders gesehen: Sie waren von einem Unfall ausgegangen. Die 43-jährige Frau sei am 16. April 2014 daheim in der Badewanne ertrunken; nach einem Sturz, ausgelöst durch einen epileptischen Anfall. Die Staatsanwaltschaft See/Oberland stellte die Untersuchung ein.

Die Zürich-Versicherung holte deshalb laut «SonntagsZeitung» eine Drittmeinung beim Institut für Rechtsmedizin in Innsbruck (A) ein. Dieses schliesst Fremdeinwirkung ebenfalls nicht aus und stellt eine Reihe von Unstimmigkeiten und offene Fragen in dem Fall fest.

Doch damit nicht genug: Die Versicherungsgesellschaft bringt in Erfahrung, dass es bereits im Dezember 2012 zu einem mysteriösen Vorfall auf Mallorca gekommen war. Die Frau wurde damals schwer verletzt vor einer Finca aufgefunden, wo sie und ihr Mann zusammen mit ihrem kleinen Sohn Ferien machten. Was passiert war, daran konnte sie sich nicht mehr erinnern.

«Schwerwiegende Indizien»

Nun nahm die auf Gewaltdelikte spezialisierte Staatsanwaltschaft IV die Ermittlungen auf. Sie verfügt dank eines neuen Gutachtens mittlerweile über «schwerwiegende Indizien» wonach die Frau auf Mallorca von einem Auto angefahren und mit Fäusten traktiert wurde.

Ihr Ex-Mann erzählte der Polizei eine andere Version: Nachdem seine Frau hysterisch geschrien habe, habe er sie in einen Raum gesperrt und sei mit dem Sohn im Auto weggefahren. Die Sanität habe die Frau dann vor der Finca aufgefunden, zudem sei ein Fenster offen gewesen.

Sowohl bei diesem Vorfall als auch beim Tod in der Badewanne besteht ein dringender Tatverdacht gegen den Ex-Ehemann, wie Corinne Bouvard, Sprecherin der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, der «SonntagsZeitung», sagte. Er sitzt deshalb seit letztem Oktober in Untersuchungshaft.

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