Vorwürfe in Kolumbien: Hat Glencore mit Paramilitärs Kontakt?
Aktualisiert

Vorwürfe in KolumbienHat Glencore mit Paramilitärs Kontakt?

Der Zuger Rohstoff-Megakonzern Glencore kommt nicht zur Ruhe. Der neuste Vorwurf: «Nähe zu kolumbianischen Paramilitärs.» Konkrete Beweise aber liegen keine vor.

von
pwe

Die Liste der Vorwürfe an den Rohstoffkonzern Glencore ist lang und wird nun um einen weiteren länger. Die 100-prozentige Glencore-Tochter Prodeco soll gemäss kolumbianischen Medien Beziehungen zu Paramilitärs unterhalten. Prodeco unterhält in der nördlichen Gemeinde La Jagua in Kolumbien eine Kohlemine.

Glencore-Sprecher Charles Watenphul weist solche Vorwürfe vehement zurück: «Weder Prodeco noch Glencore haben jemals irgendwelche Verbindungen zu den Paramilitärs unterhalten.»

«Immer wieder verstösst der Konzern gegen Umweltvorschriften und Menschenrechte», sagt Stephan Suhner von der Menschenrechtsorganisation ASK, der Arbeitsgruppe Schweiz-Kolumbien.

«Bewaffnet mit Steinschleudern»

Ausserdem schüre Glencore soziale Konflikte: So wurde die Mine in La Jagua von Juli bis Oktober 2012 durch einen Streik lahmgelegt. 400 der 2600 Minenarbeiter waren daran beteiligt. Sie forderten bessere Arbeitsbedingungen, bessere Entlohnung und einen besseren Gesundheitsschutz. «Bekommen haben sie das bis heute nicht», sagt Suhner.

Stattdessen habe Glencore versucht, Gewerkschafter einzuschüchtern und den Streik für illegal erklären zu lassen. Watenphul entgegnet, die streikenden Minenarbeiter seien bewaffnet gewesen. Suhner bestätigt: «Ja, sie waren in der Tat bewaffnet, aber mit Steinschleudern».

(pwe/sda)

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