Plagiatsaffäre: Hat Guttenberg absichtlich getäuscht?
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PlagiatsaffäreHat Guttenberg absichtlich getäuscht?

Neuigkeiten im Fall Guttenberg. Der Ex-Verteidigungsminister soll laut einer Untersuchung bei der Doktorarbeit vorsätzlich getäuscht haben. Rechtlicher Ärger dürfte ihm trotzdem erspart bleiben.

Karl-Theodor zu Guttenberg soll bei der Doktorarbeit absichtlich getäuscht haben.

Karl-Theodor zu Guttenberg soll bei der Doktorarbeit absichtlich getäuscht haben.

Der frühere Verteidigungsminister Deutschlands, Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), wird in der Plagiatsaffäre um seine Doktorarbeit möglicherweise nicht strafrechtlich belangt. Wie der «Spiegel» am Samstag vorab berichtete, sucht die bayerische Justiz offenbar nach Präzedenzfällen, in denen Ermittlungen wegen Urheberrechtsverletzungen eingestellt wurden, weil kein öffentliches Interesse bestand. Die Argumentation: Da keiner der betroffenen Autoren bislang Strafanzeige gestellt habe, sei ein öffentliches Interesse für eine Strafverfolgung nötig.

Das bayerische Justizministerium wies laut «Spiegel» den Verdacht der Einflussnahme auf die Ermittlungen zurück. Bei der Staatsanwaltschaft Hof hiess es dem Bericht zufolge, man werde zunächst den genauen Sachverhalt ermitteln, danach feststellen, ob er strafbar sei und erst dann ein öffentliches Interesse prüfen.

Guttenberg tritt zurück

Absichtlich getäuscht

Guttenberg hat Medienberichten zufolge bei seiner Doktorarbeit absichtlich getäuscht. Zu diesem Ergebnis kam die zuständige Kommission der Universität Bayreuth, wie die «Süddeutsche Zeitung» berichtete. Guttenberg selbst hatte zwar gravierende Fehler eingeräumt, aber den Vorwurf einer absichtlichen Täuschung bislang zurückgewiesen.

Guttenberg: «Grenzen meiner Kräfte erreicht»

Der Sprecher der Hochschule, Frank Schmälzle, wollte sich dazu nicht äussern. Er bestätigte aber Berichte, wonach die Anwälte Guttenbergs eine Veröffentlichung des Kommissionsberichts, die für Mai geplant war, mit Verweis auf das Persönlichkeitsrecht verhindern wollen. Die Universität habe ein grosses Interesse an einer Veröffentlichung. Angesichts des anwaltlichen Schreibens betonte Schmälze jedoch: «Wir wissen nicht, ob wir es veröffentlichen können.» Der Sprecher bestätigte ausserdem, dass Guttenberg die Möglichkeit, sich vor der Kommission zu den Vorwürfen zu äussern, nicht genutzt habe.

Guttenberg war Anfang März vom Amt des Verteidigungsministers zurückgetreten. Er soll weite Teile seiner Dissertation aus anderen Quellen abgeschrieben haben, ohne dies kenntlich zu machen. Die Universität Bayreuth hatte ihm daraufhin seinen Doktortitel aberkannt.

(dapd)

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