Aktualisiert 27.03.2020 17:20

Boris Johnson vor 3 Wochen

«Ich habe im Spital allen die Hand gegeben»

Premierminister Johnson hat sich mit dem Coronavirus angesteckt. Er weist milde Symptome auf. Kurz darauf wird bekannt: Es traf auch den britischen Gesundheitsminister.

von
gux
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Der britische Premierminister bei einem Besuch im Bedford Techology Park am 6. März 2020.

Der britische Premierminister bei einem Besuch im Bedford Techology Park am 6. März 2020.

Jack Hill
Am 27. März wurde bekannt, dass Johnson positiv auf das Coronavirus getestet wurde und milde Symptome entwickelt hat.

Am 27. März wurde bekannt, dass Johnson positiv auf das Coronavirus getestet wurde und milde Symptome entwickelt hat.

epa/Facundo Arrizabalaga / Pool
Möglicherweise müssen nun Politiker, die in Kontakt mit Johnson standen, vorsorglich in Selbstisolation.

Möglicherweise müssen nun Politiker, die in Kontakt mit Johnson standen, vorsorglich in Selbstisolation.

Matt Dunham

«Ich schüttle weiterhin Hände», sagte Premierminister Boris Johnson am 3. März vor laufender Kamera. «Unlängst war ich in einem Spital mit Corona-Erkrankten und habe allen die Hand gegeben, und das werde ich auch weiter tun.»

Jetzt, gut drei Wochen später, wendet sich der 55-Jährige in einem auf Twitter publizierten Video (55) an die Briten und bestätigt: «In den vergangenen 24 Stunden habe ich milde Symptome entwickelt und bin positiv auf das Coronavirus getestet worden.»

Der 55-Jährige hatte noch am Mittwoch an der wöchentlichen Frage-und-Antwort-Sitzung des Premierministers im Unterhaus teilgenommen. Möglicherweise müssen nun Politiker, die in Kontakt mit Johnson standen, vorsorglich in Selbstisolation.

Auch Gesundheitsminister angesteckt

Nur wenig später wurde bekannt, dass auch Gesundheitsminister Matt Hancock positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Das teilte Hancock am Freitag per Twitter mit.

Auch er habe nur milde Symptome, sagte der Minister in einer Videobotschaft. Beide begaben sich in häusliche Isolation und kündigten an, aus dem Homeoffice zu arbeiten. «Wir können alle lernen, dass Arbeiten von zu Hause aus wirklich, wirklich effektiv sein kann», so Hancock.

Die Sorge vor einer Infektion dürfte jetzt alle umtreiben, die eng mit den betroffenen Politikern zusammenarbeiteten, zum Beispiel Johnson-Berater Dominique Cummings. Etwa zum gleichen Zeitpunkt, wie Johnson seine Ansteckung bekannt gab, habe dieser fluchtartig die Downing Street 10 verlassen.

Was ist mit der Queen?

Die erste Sorge der Briten gilt aber Queen Elizabeth, die kommenden Monat 94 Jahre alt wird und den Premierminister zur wöchentlichen Audienz trifft. Johnson habe die Queen das letzte Mal am 11. März gesehen, schreibt der «Guardian».

Einem Sprecher der Queen zufolge ist sie bei guter Gesundheit und trifft alle empfohlenen Schutzvorkehrungen. Ob sie auf das Virus getestet wurde, hat der Buckingham Palace bislang nicht kommentiert.

Prinz Charles hat seine Mutter dem «Guardian» zufolge das letzte Mal am 12. März persönlich gesehen. Er war am Montag, 23. März, positiv auf Covid-19 getestet worden.

Verunsicherte Pfund-Anleger

Einem Korrespondenten der Zeitung «The Sun» zufolge könnte etwa Finanzminister Rishi Sunak von der Vorsichtsmassnahme betroffen sein.

Die Coronavirus-Erkrankung des Premiers verunsichert Pfund-Anleger. Die Währung grenzt ihre Kursgewinne ein und kostet nur noch 1,2226 Dollar und 1,1092 Euro.

Der konservative Politiker Johnson ist seit Sommer 2019 Premierminister des Vereinigten Königreichs. Er hat das Land Ende Januar aus der Europäischen Union geführt.

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