Aktualisiert 01.07.2014 12:55

Mordprozess

Hat Pistorius oder seine Freundin geschrien?

Im Mordverfahren gegen den Ex-Sprintstar Oscar Pistorius sind am Dienstag die Schreie in der Mordnacht genauer analysiert worden.

Im Mordverfahren gegen den Ex-Sprintstar Oscar Pistorius sind am Dienstag die Schreie in der Mordnacht genauer analysiert worden. Staatsanwalt Gerrie Nel zog die Aussage eines Sachverständigen in Zweifel, wonach die Schreie nicht zweifelsfrei zugeordnet werden könnten. Nachbarn hatten vor Gericht ausgesagt, sie hätten in der Nacht als Reeva Steenkamp starb, die Schreie einer Frau gehört. Das würde die Darstellung der Anklage untermauern, wonach Pistorius und seine Freundin vor den tödlichen Schüssen in Streit geraten waren.

Der von der Verteidigung am Montag in den Zeugenstand gerufene Akustikexperte Ivan Lin hatte erklärt, es sei angesichts von Umgebungsgeräuschen und anderen Faktoren sehr schwierig, auf eine grosse Distanz etwas genau zu hören. Im Kreuzverhör am Dienstag sagte er, er könne aber nicht nachvollziehen, ob die Nachbarn richtig gehört hätten oder nicht.

Pistorius soll selbst geschrien haben

Nach Angaben der Verteidigung war es der beidseitig unterschenkelamputierte Läufer selbst, der nach den tödlichen Schüssen in den frühen Stunden des 14. Februar 2013 in einer hohen Stimme schrie. Pistorius beharrt darauf, dass er seine Freundin versehentlich erschossen habe, weil er sie für einen Einbrecher hielt.

Dem 27-Jährigen droht bis zu lebenslange Haft, sollte er des vorsätzlichen Mordes für schuldig befunden werden. Auch bei Mord ohne Vorsatz oder fahrlässiger Tötung könnte er für mehrere Jahre ins Gefängnis kommen.

Das Verfahren war am Montag nach einer einmonatigen psychiatrischen Untersuchung des Angeklagten fortgesetzt worden. Dabei war festgestellt worden, dass Pistorius bei der Tat nicht unter einer psychischen Krankheit litt und ihm auch die Unrechtmässigkeit seines Handelns bewusst war.

(sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.