26.02.2020 03:49

Basel

Hat populäre Food-Halle ein Hygieneproblem?

Hunderte gehen täglich in der Basler Markthalle essen. Eine Expertin beanstandet aber «teils grenzwertige Hygienezustände». Das Lebensmittelinspektorat gibt Entwarnung.

von
lha
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Jeden Mittag werden in der Basler Markthalle werktags bis zu 600 Mahlzeiten verkauft. Das Angebot unter der grössten Kuppel der Stadt erfreut sich seit Jahren anhaltender Popularität.

Jeden Mittag werden in der Basler Markthalle werktags bis zu 600 Mahlzeiten verkauft. Das Angebot unter der grössten Kuppel der Stadt erfreut sich seit Jahren anhaltender Popularität.

altemarkthalle.ch
Ein Bericht der «Basler Zeitung» wirft nun aber ein fahles Licht auf den Betrieb. Dieser dokumentiert mehrere angebliche Missstände und liess die Situation bei einem Augenschein von einer ehemaligen Mitarbeiterin des Basler Lebensmittelinspektorats einschätzen.

Ein Bericht der «Basler Zeitung» wirft nun aber ein fahles Licht auf den Betrieb. Dieser dokumentiert mehrere angebliche Missstände und liess die Situation bei einem Augenschein von einer ehemaligen Mitarbeiterin des Basler Lebensmittelinspektorats einschätzen.

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So habe es zu wenig Wasseranschlüsse für die rund 30 Kleinbetriebe, die Spezialitäten aus aller Welt frisch zubereiten. Zudem treffe man oft auf Holzablagen, die nur schwer sauber zu halten seien.

So habe es zu wenig Wasseranschlüsse für die rund 30 Kleinbetriebe, die Spezialitäten aus aller Welt frisch zubereiten. Zudem treffe man oft auf Holzablagen, die nur schwer sauber zu halten seien.

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Der ehemalige Präsident des Basler Wirteverbands, Joseph Schüpfer, lässt kein gutes Haar an der Basler Markthalle. Schmuddelig sei es, sagt der erfahrene Beizer in «Basler Zeitung». Diese dokumentiert in einem am Montag erschienenen Bericht mehrere «teils grenzwertige Missstände» und liess die Situation bei einem Augenschein von einer ehemaligen Mitarbeiterin des Basler Lebensmittelinspektorats einschätzen. Der Bericht veranlasste die SVP bereits zu einer Interpellation im Grossen Rat.

So habe es zu wenig Wasseranschlüsse für die rund 30 Kleinbetriebe, die Spezialitäten aus aller Welt frisch zubereiten. Zudem treffe man oft auf Holzablagen, die nur schwer sauber zu halten seien. Zudem wurden verstaubte Oberfläche und eine «ventilierende Bakterienschleuder» über einem Buffet fotografiert. Aus gesundheitlichen Gründen würde er in der Markthalle nichts essen, sagt Gastronom Schüpfer.

50 Kontrollen in drei Jahren

Hunderte Hungrige halten es aber anders als Schüpfer und kehren täglich in der Markthalle ein. Jeden Mittag werden dort werktags bis zu 600 Mahlzeiten verkauft. Und das Angebot unter der grössten Kuppel der Stadt erfreut sich seit Jahren anhaltender Popularität. So schlimm wie beschrieben können die Zustände also kaum sein. Oder?

Das Lebensmittelinspektorat hat in den vergangenen drei Jahren 50 Kontrollen in der Markthalle durchgeführt, wie Philipp Hübner, der Leiter des Kantonalen Laboratoriums auf Anfrage mitteilt. Dabei habe es in der Vergangenheit auch Beanstandungen gegeben. Hübner betont aber: «Unser bisherigen Kontrollen bestätigen die Lebensmittelsicherheit in der Markthalle.»

Nie Grenzwertüberschreitung festgestellt

Auch die Markthalle selbst betont in einer Stellungnahme, dass nie Grenzwertüberschreitungen gemeldet wurden. «Seit Jahren besucht ausserdem ein durch die Markthallen AG Basel beauftragter externer Hygieneexperte unangemeldet alle Stände und unterstützt die Standbetreibenden mit Beratungen», heisst es darin weiter.

Auch das Lebensmittelinspektorat bestätigt, dass bislang keine gravierenden Mängel festgestellt wurden, die eine Sanktion zur Folge gehabt hätten. Bei Mängeln baulicher Natur, die seitens der Vermieter der Stände zu beanstanden waren, sei man in der Vergangenheit auch auf die Markthallen AG zugegangen.

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