Aktualisiert 02.12.2018 15:29

Altstätten SGHat Rennfahrer Anleger um Millionen beschissen?

Am Montag muss sich ein Hobby-Rennfahrer und angeblicher Sportmanager vor dem Kreisgericht Rheintal verantworten. Er soll Anleger insgesamt um mehrere Millionen erleichtert haben.

von
jeb
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A.G. (40) nahm bis Anfang 2015 am Porsche GT3 Cup teil.

A.G. (40) nahm bis Anfang 2015 am Porsche GT3 Cup teil.

gt3me.com
Eine Rennklasse für Männer, die es sich leisten können.

Eine Rennklasse für Männer, die es sich leisten können.

Screenshot Spiegel TV
Immerhin kostet eine Saison eine halbe Million Euro.

Immerhin kostet eine Saison eine halbe Million Euro.

Screenshot Spiegel TV

Der 40-jährige A.G.* gab sich gerne erfolgreich, etwa als Spielerberater für italienische Fussballspieler oder als Rennfahrer. Er nahm am Porsche GT3 Cup teil, einer Rennklasse für Männer, die es sich leisten können: Eine Saison kostet laut «SpiegelTV» über eine halbe Million Euro.

Davon liessen sich viele Anleger blenden. «Ich dachte, wenn einer es sich leisten kann, am GT3 Cup mitzumachen, dann ist er erfolgreich», sagte eines seiner Betrugsopfer dem Fernsehteam.

Erfolgreich war G. laut Anklageschrift im Vortäuschen, Betrügen und Vertrösten. So soll der 40-jährige insgesamt mehrere Millionen Franken von Investoren erhalten haben, hauptsächlich aus Deutschland, Österreich, Liechtenstein und der Schweiz. Alleine in der Anklageschrift sind über zwei Dutzend Kläger gelistet.

Die meisten hätten geglaubt, dass sie Darlehensverträge abgeschlossen hätten und die Gelder im Interbankenhandel investiert worden seien, der hohe Renditen abwerfen solle. Wenn jemand Geld zurückwollte, sei er vertröstet worden. Teilweise seien auch ungedeckte Cheques mit zukünftigem Fälligkeitsdatum ausgestellt worden, die ein Mittäter, ein Rechtsanwalt, bestätigt und geprüft haben soll. Um den Anleger Seriosität vorzugaukeln, habe G. teilweise auch Formulare ausgestellt, die das Einhalten von Geldwäschereirichtlinien bescheinigten.

Betreibungen, aber Maserati als Dienstwagen

Mit dem Geld soll G. hauptsächlich den luxuriösen Lebensstil für seine Frau und sich selber finanziert haben. Dazu gehörten

die Teilnahme an Autorennen, Maserati als Dienstwagen und Anwesen in Italien. Zudem wurden Schulden damit abgebaut. Möglicherweise reichte das ertrogene Geld nicht einmal aus. 2016 zeigte ein Betreibungsregisterauszug nicht nur Schulden bei Geschäftspartnern, sondern etwa auch offene Strom- und Internetrechnungen.

Dem 40-Jährigen wird vorgeworfen, mit Darlehensverträgen und falschen Versprechungen mehrere Millionen Franken ertrogen zu haben. Wegen gewerbsmässigem Betrugs, mehrfacher Urkundenfälschung, Erschleichung einer falschen Beurkundung und Gebrauch einer gefälschten Urkunde sowie weiteren Punkten verlangt die Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren und vier Monaten.

Die Verhandlung findet am Montag am Kreisgericht Rheintal in Altstästten SG statt. Sie ist auf mehrere Tage angesetzt. Kein Wunder, die Anklageschrift umfasst 84 Seiten. G. sitzt im Saxerriet im vorzeitigen Strafvollzug. Zwei Mal stellte er Haftentlassungsgesuche. Beide wurde wegen Fortsetzungsgefahr abgewiesen.

Bis zur Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.

*Name der Redaktion bekannt

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