22.01.2020 10:31

Daten verschwundenHat Saudi-Prinz das Handy von Bezos gehackt?

Das Handy von Amazon-Gründer Jeff Bezos soll 2018 gehackt worden sein. Laut «Guardian» könnte dafür der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman verantwortlich sein.

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Hat Prinz Salman tatsächlich etwas mit einer Hackerattacke zu tun?

Hat Prinz Salman tatsächlich etwas mit einer Hackerattacke zu tun?

FreshFocus/Bandar Aljaloud/saudi Royal Cour
Im Mai 2018 habe Jeff Bezos eine verschlüsselte WhatsApp-Nachricht erhalten, die vom persönlichen Konto des Kronprinzen gekommen sein könnte. Dies schreibt der «Guardian».

Im Mai 2018 habe Jeff Bezos eine verschlüsselte WhatsApp-Nachricht erhalten, die vom persönlichen Konto des Kronprinzen gekommen sein könnte. Dies schreibt der «Guardian».

AP/John Locher
Eine schadhafte Datei habe demnach das Handy des Amazon-Gründers infiziert.

Eine schadhafte Datei habe demnach das Handy des Amazon-Gründers infiziert.

epa/Divyakant Solanki

Die Botschaft des Königreichs in den USA wies die erhobenen Vorwürfe, Kronprinz Mohammed bin Salman könnte was mit dem gehackten Handy von Bezos zu tun haben, via Twitter als «absurd» zurück. Sie fordert eine Untersuchung der Behauptung, damit alle Fakten ans Licht kommen.

Die britische Zeitung «Guardian» schrieb am Dienstagabend unter Berufung auf anonyme Quellen, Bezos – auch «Washington Post»-Besitzer – habe im Mai 2018 eine verschlüsselte WhatsApp-Nachricht erhalten, die offenbar vom persönlichen Konto des Kronprinzen gesendet worden sei.

Schadhafte Videodatei

Nach den Ergebnissen einer digitalen forensischen Analyse habe eine schadhafte Videodatei das Handy infiziert. Innerhalb weniger Stunden seien von Bezos Handy grosse Datenmengen heruntergeladen worden.

Laut «Guardian» hatten die beiden Männer zuvor einen freundlichen WhatsApp-Austausch. Die Zeitung habe aber keine Kenntnisse, welche Daten vom Handy des reichsten Mannes der Welt abgeflossen seien. Die US-Boulevardzeitung «National Enquirer» hatte Anfang des Jahres 2019 intime Details über das Privatleben des Multimilliardärs veröffentlicht – bislang war die Herkunft des Materials nicht zweifelsfrei geklärt.

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Erpressung mit übelsten Methoden: Dies wirft Amazon-Chef Jeff Bezos dem US-Boulevardblatt «National Enquirer» vor. Das Blatt habe mit der Veröffentlichung intimer Privatfotos von ihm gedroht.

Erpressung mit übelsten Methoden: Dies wirft Amazon-Chef Jeff Bezos dem US-Boulevardblatt «National Enquirer» vor. Das Blatt habe mit der Veröffentlichung intimer Privatfotos von ihm gedroht.

AFP/Jim Watson
Gehen künftig getrennte Wege: Jeff Bezos und seine Frau MacKenzie Bezos lassen sich nach 25 Jahren Ehe scheiden. Der Amazon-Chef hat ein Verhältnis mit einer anderen Frau.

Gehen künftig getrennte Wege: Jeff Bezos und seine Frau MacKenzie Bezos lassen sich nach 25 Jahren Ehe scheiden. Der Amazon-Chef hat ein Verhältnis mit einer anderen Frau.

AFP/Jim Watson
Liebe am Arbeitsplatz: Jeff Bezos und seine Frau lernten sich 1993 kennen, als beide bei einem New Yorker Hedgefonds arbeiteten.

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AFP/Jean-Paul Aussenard

Der Bericht wirft auch Fragen auf, weil wenige Monate nach dem mutmasslichen Hack der regierungskritische saudiarabische Journalist Jamal Khashoggi im Oktober 2018 im saudischen Konsulat in Istanbul ermordet wurde. Die saudische Regierung hat den Mord eingeräumt. Kronprinz Mohammed bin Salman, der faktische Herrscher Saudiarabiens, bestritt aber, die Tötung selbst angeordnet zu haben. Khashoggi hatte als Kolumnist für die «Washington Post» gearbeitet. (sda)

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