Weko-Untersuchung: Hat Stöckli den Händlern tiefere Preise verboten?
Publiziert

Weko-UntersuchungHat Stöckli den Händlern tiefere Preise verboten?

Der letzte grosse Schweizer Skihersteller Stöckli soll den Händlern die Verkaufspreise vorgeschrieben haben. Wohl damit andere nicht billiger als sie selbst sind.

von
Isabel Strassheim
1 / 9
Hier fliegen die Funken: Skiproduktion bei Stöckli in Malters. Die Wettbewerbskommission ermittelt nun zum Vertrieb.

Hier fliegen die Funken: Skiproduktion bei Stöckli in Malters. Die Wettbewerbskommission ermittelt nun zum Vertrieb.

Keystone/urs Flueeler
Dem Schweizer Skihersteller wird unzulässige Preisabsprache vorgeworfen.

Dem Schweizer Skihersteller wird unzulässige Preisabsprache vorgeworfen.

Keystone/urs Flueeler
Stöckli ist die letzte grosse Schweizer Skimarke.

Stöckli ist die letzte grosse Schweizer Skimarke.

Keystone/Mateusz Bocian

Die Hinweise aus dem Handel kamen schon im Sommer. Nach Vorermittlungen hat die Wettbewerbskommission nun zum Saisonstart ein Verfahren gegen Stöckli eröffnet. Der Hauptvorwurf: Die Händler hätten ihre Verkaufspreise nicht frei festsetzen können. Das Motiv: Dumpingpreise verhindern. Die Firma ist selbst stark mit eigenen Läden vertreten.

Den Onlinehandel soll Stöckli ganz für sich zu sichern versucht haben: Andere Händler dürfen offenbar die Produkte der Firma gar nicht im Internet anbieten. «Das ist gegen den freien Wettbewerb», sagt Weko-Direktor Patrik Ducrey zu 20 Minuten. Stöckli hatte zunächst vorwiegend auf den eigenen Vertrieb gesetzt. Zuerst nur über eigene Läden, dann auch über ausgewählte Sportgeschäfte. Die müssen allerdings in grosser Distanz zu den eigenen Läden liegen.

«Keine Schadenfreude»

«Ich habe keine Schadenfreude über Stöckli, ich würde die Ski sofort in mein Sortiment nehmen, wenn ich dürfte», sagt der Chef eines kleinen Schweizer Sportgeschäftes. Die Schweizer Marke sei begehrt. Das hohe Ansehen liege wohl auch am vergleichsweise hohen Preis. Dass Stöckli keine Billigaktionen dulden soll, könnte damit zu tun haben: «Einen runtergeschriebenen Ferrari würde kaum einer wollen.»

Das Angebot im Sporthandel ist riesig und der Preisdruck enorm, egal ob online oder in den Läden. Stöckli dagegen hält die Zahl der Händler extrem klein: Zurzeit sind es in der Schweiz 93 Filialen, in denen Stöckli seine Sportartikel verkauft oder vermietet. Dazu zählen auch die eigenen 15 Sportläden.

Wohl auch Verkauf zwischen den Händlern verboten

Auch den Verkauf zwischen den Stöckli-Händlern soll die Firma verboten haben. Mit solchen Querlieferungen können diejenigen Geschäfte, die weniger verkaufen, normalerweise ihre Ware an Händler weiterverkaufen, die noch mehr brauchen. Oder aber auch verramschen lassen. Allerdings sind Querlieferungen für kleine Händler nur wenig interessant – weil bei ihnen die Stückzahlen dafür schlicht zu gering sind.

Stöckli hat auf Anfrage von 20 Minuten bisher nicht zu den Vorwürfen Stellung genommen.

Bleiben Sie über Wirtschaftsthemen informiert

Wenn Sie die Benachrichtigungen des Wirtschaftskanals abonnieren, bleiben Sie stets top informiert über die Entwicklungen der Business-Welt.

Und so gehts: Installieren Sie die neuste Version der 20-Minuten-App. Tippen Sie rechts oben auf die drei Streifen, dann auf das Zahnrad. Wenn Sie dann nach oben wischen, können Sie die Benachrichtigungen für das Wirtschafts-Ressort aktivieren.

Deine Meinung