Strafanzeige: Hat Viagogo Tickets für abgesagte Events verkauft?
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StrafanzeigeHat Viagogo Tickets für abgesagte Events verkauft?

Der Schweizerische Konsumentenschutz verklagt den umstrittenen Tickethändler Viagogo. Es ist nicht der erste Versuch, die Plattform einzuschränken.

von
Nicolas Saameli
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Der Tickethändler Viagogo soll Tickets für abgesagte Events verkauft haben.

Der Tickethändler Viagogo soll Tickets für abgesagte Events verkauft haben.

REUTERS
Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz, hat Anzeige eingereicht.

Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz, hat Anzeige eingereicht.

SKS
Konzerte (so wie hier am 27.03.2021 in Barcelona) sind selten geworden.

Konzerte (so wie hier am 27.03.2021 in Barcelona) sind selten geworden.

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Darum gehts

  • Die Plattform Viagogo soll Tickets für abgesagte Events verkauft haben.

  • Die Stiftung für Konsumentenschutz hat Strafanzeige eingereicht.

  • Im vergangenen Jahr ist bereits eine Anzeige gegen Viagogo gescheitert.

Die schweizerische Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) hat Strafanzeige gegen den Tickethändler Viagogo eingereicht, weil dieser Tickets für abgesagte Events verkauft haben soll. Das schreibt die Organisation in einer Medienmitteilung. Die SKS habe bei Testkäufen auf Viagogo Tickets für einen Auftritt der Komödiantin Stéphanie Berger im Kofmel Solothurn sowie für zwei Konzerte in den Niederlanden erworben.

Alle Events lagen im Zeitraum zwischen Februar und März 2021 – also mitten im Corona-Shutdown – trotzdem habe Viagogo vor dem Verkauf ausdrücklich bestätigt, dass sie stattfinden würden. Gesuche um Rückzahlung der bezahlten Kaufpreise habe Viagogo mit nichtssagenden Antworten abgewimmelt.

Klage gegen Viagogo gescheitert

Die Plattform nutze die Unterschiede in den Corona-Regeln aus, um Tickets für abgesagte Veranstaltungen zu verkaufen, schreibt die SKS. «Insbesondere bei Veranstaltungen im Ausland ist für Konsumentinnen und Konsumenten kaum überprüfbar, ob diese aufgrund der lokalen behördlichen Vorgaben wirklich stattfinden.» Diese «Geschäftemacherei» sei nicht weiter tolerierbar.

Konsumentenschützerinnen warnen bereits seit längerem vor dem in Genf ansässigen Unternehmen Viagogo. In mehreren europäischen Staaten wurde das Schweizer Unternehmen bereits gerichtlich belangt. In der Schweiz scheiterte im Frühling 2020 aber eine Klage des Staatssekretariats für Wirtschaft Seco vor dem Zürcher Handelsgericht.

Bei Viagogo widerspricht man den Vorwürfen der SKS. «Im Falle einer Rückerstattung bitten wir unsere Nutzer um Geduld, während wir ihre Anfrage bearbeiten», sagt die Plattform zum «Blick». «Wird eine Veranstaltung komplett abgesagt, haben die Nutzer Anspruch auf eine Barauszahlung oder einen Gutschein im Wert von 125 Prozent des Kaufpreises.»

Deine Meinung

48 Kommentare
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Was ist los mit dieser Welt

01.04.2021, 13:03

Es wirt als wie Korrupter in der Schweiz, ist nicht mehr zu Ertragen. nicht nur die Regierung auch viele Andere.

Waage

01.04.2021, 10:03

Einerseits: Ja, die Leute sind selber schuld, wenn sie nach all den Berichten noch immer Tickets dort bestellen, weil es angeblich günstiger ist. Andererseits: Das ändert nichts an der Tatsache, dass es ein klarer Betrug ist.

Stadttheater Luzern

01.04.2021, 09:41

Die Antwortmöglichkeiten waren wieder toll. Ich liebe Konzerte, jedoch nicht solche Massenveranstaltungen.