Bundesanwaltschaft ermittelt: Hatte An'Nur-Islamist Sex mit Minderjährigen?
Aktualisiert

Bundesanwaltschaft ermitteltHatte An'Nur-Islamist Sex mit Minderjährigen?

Weil ein An'Nur-Mitglied ein mutmasslicher Unterstützer des IS ist, hat die Bundesanwaltschaft dessen Telefon abgehört. Dabei kam noch etwas ganz anderes ans Licht.

von
ann
Das Bundesstrafgericht in Bellinzona hat die Beschwerde des Frauenfelders beurteilt und abgewiesen.

Das Bundesstrafgericht in Bellinzona hat die Beschwerde des Frauenfelders beurteilt und abgewiesen.

Keystone/Tatiana Scolari

Ein mutmasslicher IS-Unterstützer und ehemaliges Vorstandsmitglied der An'Nur-Moschee in Winterthur, gegen den die Bundesanwaltschaft ermittelt, wird verdächtigt, mit Minderjährigen Sex gehabt zu haben. Dies geht aus einer Beschwerde-Antwort des Bundesstrafgerichts hervor. Darin ist zu lesen, dass Telefongespräche des Mannes abgehört wurden, der in Frauenfeld lebt.

In einem Gespräch des Tatverdächtigen mit seiner Ehefrau war von mehrmaligem Geschlechtsverkehr mit einem Mädchen die Rede. Die betreffende damals 15-jährige Dschihad-Reisende hat gemäss den Unterlagen aber keine belastenden Aussagen gemacht. Laut der Beschwerde-Antwort war in einem Telefongespräch aber noch von einem Sexualkontakt mit einem weiteren Kind im Alter von 14 oder 15 Jahren die Rede.

Österreichischen Hassprediger unterstützt

Das Verfahren gegen den Frauenfelder führt die Bundesanwaltschaft bereits seit März 2015. Es wurde eröffnet, weil er zu einer Gruppe von vier Islamisten gehört, gegen die die BA bereits ermittelte. Kopf der Gruppe ist offenbar Sandro V., wie der «Tages Anzeiger» schreibt. Der heute 31-jährige Winterthurer und mutmassliche Dschihad-Rückkehrer war unter den Islamisten auch als Emir von Winterthur bekannt.

Das Frauenfelder An'Nur-Mitglied soll diverse Geldüberweisungen getätigt haben, bei denen der Verdacht auf Unterstützung des IS besteht. Ausserdem soll der Verdächtige dem 34-jährigen Hassprediger Mirsad O. aus Österreich Geld überwiesen haben.

O. wurde im Juli 2016 vom Straflandesgericht Graz zu 20 Jahren Haft verurteilt. Er wurde für schuldig befunden, andere zu Terrorakten angestiftet zu haben. Das Gericht kam zum Schluss, dass O. eine der Schlüsselfiguren der IS-Propaganda in Österreich sei und Kämpfer für den Krieg in Syrien angeworben habe. Gegen das Urteil wurde Einsprache erhoben.

Mit Bombe, Messer und Pistole

In der Beschwerde-Antwort des Bundesstrafgerichts steht zudem, der Frauenfelder habe in einer Nachricht geschrieben: «Ohne DAS (Islamischer Staat im Irak und Grosssyrien) geht es nicht.» Er fügte die Symbole für Bombe, Messer, Pistole und Rakete hinzu.

Die Beschwerde hatte der Tatverdächtige eingereicht, um sich dagegen zu wehren, dass eine ihm entnommene DNA-Probe ausgewertet wird. Die Einsprache wurde abgewiesen, weil die angeordnete Zwangsmassnahme «gesetzeskonform» sei.

Deine Meinung