Wohnmobil vor AT&T-Gebäude : Hatte der Nashville-Bomber Angst vor 5G?
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Wohnmobil vor AT&T-Gebäude Hatte der Nashville-Bomber Angst vor 5G?

Mit dem Ziel, ein Profil des Bombenlegers von Nashville zu erstellen, befragt das FBI Bekannte und Nachbarn von Anthony Quinn Warner. Die Ermittler wollen herausfinden, welches Motiv hinter seiner Tat steckt.

von
Karin Leuthold

Der Mann, der am ersten Weihnachtsfeiertag sich und einen Wohnwagen in die Luft sprengte, hat kurz vor der Tat zu seinem Nachbarn gesprochen. Dieser hat erst im Nachhinein dessen Worte verstanden.

Darum gehts

  • Bei der Explosion seines Wohnmobils am ersten Weihnachtsfeiertag kam Anthony Quinn Warner ums Leben.

  • Vertreter der Staatsanwaltschaft und der Bundespolizei FBI versuchen, das Motiv hinter der Tat zu ermitteln.

  • Eine erste Theorie des FBI ist, dass Warner «Paranoia über 5G-Technologie» gehabt habe.

Was hat den 63-jährigen Anthony Quinn Warner dazu bewogen, sein Wohnmobil vor einem Gebäude des US-Telekommunikationskonzerns AT&T in der Innenstadt von Nashville zu parkieren und am frühen Weihnachtsmorgen explodieren zu lassen? FBI-Ermittler arbeiten an der Aufklärung des Falles und prüfen derzeit «ernsthaft», ob eine «Paranoia über 5G-Technologie» zur Tat geführt haben könnte.

Laut dem Sender WKRN erstellt die US-Bundespolizei ein Profil des bei der Explosion getöteten Täters. Die Ermittler befragen derzeit seinen Arbeitgeber sowie Bekannte und Nachbarn. Neben Verschwörungstheorien zu 5G und möglichen Spionageattacken auf die USA mit dieser Technologie solle Warner auch an die Existenz von Leben im Weltraum geglaubt haben, berichtet der Nachrichtensender.

Einzelgänger, nicht politisch aktiv

Steve Schmoldt, der jahrelang neben Warners Haus wohnte, beschreibt den 63-Jährigen gegenüber CNN als «einen Einzelgänger», der sich nicht gerne mit Menschen abgab. Steve Fridrich, der Immobilienmakler, für den Warner als Computerberater arbeitete, bezeichnete ihn als einen friedlichen Technikfreak. «Er hat sein Ding gemacht und ist gegangen», sagte Fridrich zu «Newsweek».

Das FBI kann Warners Tat auch nicht als politisch motiviert einstufen. Er war zuvor nicht polizeibekannt, abgesehen von einer Festnahme 1978, im Alter von 21 Jahren, im Zusammenhang mit Marihuana. Politisch sei Warner nicht aktiv gewesen, berichtet CNN weiter.

Seine Tat kann auch nicht als Terrorakt bezeichnet werden, weil er die Menschen mit einer Ansage auf Tonband vor der Explosion gewarnt hatte: 15 Minuten vor der Detonation hatte eine weibliche Stimme die Anwohner aufgefordert, das Gebiet zu verlassen.

Das Tonband spielte auch einen Hit aus dem Jahr 1964 von Petula Clark ab. Im Song «Downtown» geht es darum, wie das Treiben einer Grossstadt «die Probleme eines einsamen Menschen heilen» kann. Beide auditive Warnungen lassen die Ermittler annehmen, dass Warner nicht beabsichtigte, eine Tat mit vielen Opfern zu begehen.

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In Nashville explodierte am Freitagmorgen ein Wohnmobil. Das Fahrzeug habe um 1.22 Uhr auf der Second Avenue parkiert. Um 6.30 Uhr soll es explodiert sein.

In Nashville explodierte am Freitagmorgen ein Wohnmobil. Das Fahrzeug habe um 1.22 Uhr auf der Second Avenue parkiert. Um 6.30 Uhr soll es explodiert sein.

Metro Nashville PD
Der Täter kam bei der Detonation ums Leben.

Der Täter kam bei der Detonation ums Leben.

via REUTERS
Die Explosion beschädigte die umliegenden Gebäude.

Die Explosion beschädigte die umliegenden Gebäude.

via REUTERS

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