Franz Beckenbauer: «Hatte keine Ahnung von Doping»

Aktualisiert

Franz Beckenbauer«Hatte keine Ahnung von Doping»

Franz Beckenbauer will von Doping bei der deutschen WM-Mannschaft von 1966 nichts wissen. Dies liess er bei der Geburtstags-Gala der Deutschen Fussball Liga verlauten. Ein Historiker sieht dies anders.

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mol

Zu Beginn der Woche veröffentlichte die Berliner Humboldt-Universität einen Bericht über systematisches Doping in der BRD. So soll bereits 1949 mit Amphetaminen experimentiert worden sein. Die Regierung in West-Deutschland habe zudem Versuche mit Doping unterstützt. Die Deutsche Fussballegende Franz Beckenbauer weist diese Vorwürfe im Bezug auf die WM-Mannschaft von 1966 zurück.

Am Dienstag antwortete Beckenbauer auf die Frage, ob Ephedrin an Spieler verteilt worden sei, mit einem klaren Dementi. Dies berichtet «Eurosport». Im Doping-Bericht bezieht sich die Autorenschaft auf einen Brief eines damaligen Fifa-Funktionärs. So sollen bei der WM in England bei drei deutschen Spielern «feine Spuren» von Ephedrin nachgewiesen worden sein. Zu Sperren kam es indes nicht.

«Man wusste damals gar nicht, was Doping überhaupt ist. Man kannte das Wort auch gar nicht. Ich wüsste auch nicht, wer uns da was hätte geben sollen. Man wusste einfach nichts, denn ich hätte da schon was mitbekommen. Auch wenn ich der Jüngste war - aber so ganz ahnungslos war ich doch nicht», so Beckenbauer gegenüber Eurosport.

Ein Historiker sieht es anders

In einem Interview mit «n-tv» äusserte sich der Historiker Erik Eggers zu den Dopingvorwürfen – und er bezieht klar Stellung und schiesst gegen den DFB. Eggers ist Mitautor der Dopingstudie, die immer höhere Wellen wirft.

Der Brief, in dem stehe, dass drei deutsche Spieler gedopt gewesen seien, stamme vom Jugoslawen Mihailo Andrejevic. Dieser war Chef der medizinischen Kommission der Fifa. Dass der Brief echt sei, habe auch der DFB anerkannt. Das Naive sei, dass dann aber argumentiert werde, in der offiziellen Mitteilung habe es keinen Dopingfall gegeben, so Eggers.

Er stellt klar, dass nur weil ein Dopingvergehen nicht offiziell sei, dies ja noch lange nicht bedeute, das es nicht geschehen sei. So könne man nicht vorgehen.

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