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Reinhold Messner spekuliertHatte Steck «mehr vor, als er bekannt gab»?

Für Reinhold Messner ist der Tod von Ueli Steck eine traurige Überraschung. Die Bergsteiger-Legende fragt sich, ob Steck geheime Pläne hatte.

von
woz

Der Tod gehöre unter Umständen dazu, sagt Bergsteiger-Legende Reinhold Messner. «Leider sind mehr als die Hälfte der absoluten Spitzenbergsteiger bei der Ausübung ihrer Leidenschaft ums Leben gekommen.» Nun hat es auch einen der Besten getroffen: Ueli Steck. Der Schweizer ist am Sonntag bei den Vorbereitungen für einen Rekordversuch im Himalaja ums Leben gekommen.

Für Messner war Stecks Tod dennoch eine traurige Überraschung. «Wer hätte gedacht, dass es Ueli Steck mit vierzig Jahren erwischen würde, bei diesem Können», sagt der 72-Jährige im Interview mit der «Nordwestschweiz».

Messner kannte Steck persönlich. Für ihn war Steck einer der allerbesten Bergsteiger der letzten Jahrzehnte. Er habe immer genau gewusst, was er tat. Zwar sei Messner nie selbst auf den Nuptse geklettert. Jedoch kenne er die Stelle, wo Steck verunglückte. «Er wollte durch die Nordwand auf den Gipfel steigen. Eine schwierige Wand.»

Drei statt zwei Gipfel?

Messner spekuliert: «Ich bin im Zweifel und frage mich, ob er mehr vorhatte, als er bekannt gab.» Zumindest zeige der Aufstieg auf den Nuptse, dass Steck ein «grosses Übersteigungsziel» hatte. «Ich kann mir vorstellen, dass er den Nuptse, den Lhotse und den Everest durchsteigen wollte», sagt Messner. Diese Route wird unter Alpinisten als «Hufeisen» bezeichnet.

Steck wollte nach eigenen Angaben den Mount Everest (8848 Meter über Meer) besteigen und von dort so rasch wie möglich zum daneben gelegenen Lhotse (8511 Meter über Meer) gehen. Die Tour wollte er ohne Sauerstoffflasche absolvieren. Bei einer Erkundungstour ist er laut Medienberichten jedoch ausgerutscht.

Ueli Steck soll in Nepal seine letzte Ruhe finden. Gemäss Stecks Sprecher Andreas Bantel ziehe man eine Bestattung im buddhistischen Kloster von Tengboche in Erwägung. Definitiv entschieden wird aber erst beim Zusammentreffen von Stecks Frau und dessen Eltern.

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Buddhistisches Kloster Tengboche: In diesem Tempel soll Ueli Steck seine letzte Ruhe finden. (Bild: nepal-dia.de)

Buddhistisches Kloster Tengboche: In diesem Tempel soll Ueli Steck seine letzte Ruhe finden. (Bild: nepal-dia.de)

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Leben am Limit: Ueli Steck portraitiert am 11. September 2015 am Fuss einer Kletterwand in Wilderswil.

Leben am Limit: Ueli Steck portraitiert am 11. September 2015 am Fuss einer Kletterwand in Wilderswil.

Keystone/Christian Beutler
Die Leiche Ueli Stecks bei der Überführung in ein Spital nach Kathmandu. (30. April 2017).

Die Leiche Ueli Stecks bei der Überführung in ein Spital nach Kathmandu. (30. April 2017).

kein Anbieter/EPA/Narendra Shrestha

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