US-Vorwahlen: Hattrick – Romney ist der grosse Sieger
Aktualisiert

US-VorwahlenHattrick – Romney ist der grosse Sieger

Mitt Romney, der republikanische Favorit für die US-Präsidentschaftswahl, siegt auch bei den Vorwahlen in Maryland, Wisconsin und Washington. Damit rückt die definitive Nominierung immer näher.

Im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner hat sich Favorit Mitt Romney mit einem dreifachen Vorwahl-Sieg weiter abgesetzt. Der Ex- Gouverneur von Massachusetts gewann am Dienstag in Maryland, Wisconsin und in der Hauptstadt Washington.

In Maryland erreichte Romney laut dem TV-Sender CNN 49 Prozent der Stimmen, sein erzkonservativer Rivale Rick Santorum kam auf 29 Prozent. In Washington erzielte Romney gar 70 Prozent der Stimmen. Auf dem zweiten Platz landete hier der radikalliberale Kongressabgeordnete Ron Paul (12 Prozent), Santorum hatte es gar nicht erst auf den Wahlzettel geschafft.

Anders als in Maryland und Washington, wo eher moderate Republikaner zuhause sind, hatte sich der stark religiös orientierte Santorum in Wisconsin aber durchaus Chancen ausgerechnet. Auch hier trug Romney mit 42 Prozent der Stimmen jedoch den Sieg davon, Santorum erzielte 38 Prozent.

Romney seinem Ziel näher gekommen

Insgesamt hatten die drei Vorwahl-Staaten am Dienstag 98 Delegierte zu vergeben. Um auf dem Nominierungsparteitag Ende August in Tampa in Florida ungefährdet zum Herausforderer des amtierenden US-Präsidenten Barack Obama gekürt zu werden, muss ein Bewerber mindestens 1144 Delegierte hinter sich bringen.

Romney ist mit seinen drei neuesten Siegen dieser magischen Zahl deutlich näher gekommen. Nach Berichten von CNN kommt er nun auf 640 - mehr als die Hälfte der nötigen Stimmen. An zweiter Stelle liegt Santorum mit 264 Delegierten. Die anderen beiden Mitbewerber, die Polit-Veteranen Newt Gingrich und Ron Paul, sind noch deutlicher abgeschlagen.

In einer Siegesrede vor Anhängern präsentierte sich der Ex- Gouverneur Romney denn auch demonstrativ als erster Herausforderer Obamas, seine Konkurrenten im Republikanerlager erwähnte er mit keinem Wort. «Das war ein grosser Sieg; vor uns liegen grosse Tage», rief er seinen Anhängern zu. Er werde die Krise in Amerika überwinden.

Santorum gibt sich nicht geschlagen

Sicher kann sich Romney aber immer noch nicht sein. Denn Ex- Senator Santorum hat sich bisher als zäher Gegenspieler erwiesen. Santorum setzt auf Achtungserfolge, um sich bis Mai im Rennen zu halten. Dann stehen Abstimmungen in Bundesstaaten an, in denen er sich bessere Chancen als Romney ausrechnet.

Zur Not will er es sogar auf eine Kampfabstimmung beim Nominierungsparteitag Ende August ankommen lassen, wie er erst kürzlich signalisierte. Spätestens dann muss die Partei den Herausforderer von Obama bestimmen. Auch der abgeschlagene Gingrich, der frühere Chef des Repräsentantenhauses, spekuliert auf einen umkämpften Parteitag und hat erklärt, bis zum Ende im Rennen bleiben zu wollen.

Obama startet Kampagne

Gut ein halbes Jahr vor den Wahlen griff am Dienstag auch Obama in den Wahlkampf ein. In einer Rede in Washington warf er ihnen am Dienstag «Sozialdarwinismus» vor. Bei den Sparplänen der Konservativen handle es sich um ein «trojanisches Pferd». In Wirklichkeit gehe es den Republikanern darum, die Gesellschaft radikal zu verändern.

Es ist die bislang schärfste Attacke Obamas auf die Republikaner. Er nahm in seiner Rede vor allem die neusten Budgetvorschläge der Opposition aufs Korn. Diese sehen für 2013 Einsparungen in Höhe von mehreren Billionen Dollar vor - darunter starke Einschnitte im Sozialbereich.

Zugleich schoss sich der Präsident erstmals auf den Multimillionär Romney als wahrscheinlichen Herausforderer ein. In seinem neuesten Wahlwerbespot greift er Romney als Unterstützer von «Big Oil» an, der mächtigen Ölindustrie. Obama wirft den Republikanern vor allem vor, dass sie zwar Sozialprogramme radikal kürzen, zugleich aber Steuervorteile der Reichen nicht antasten wollen. Dies gehe auch auf Kosten des Mittelstandes. (sda)

Deine Meinung