Euro Floorball Tour in Tschechien: Hauchdünne Niederlage in einem verrückten Spiel
Aktualisiert

Euro Floorball Tour in TschechienHauchdünne Niederlage in einem verrückten Spiel

Wenn im Damen-Unihockey die Schweiz auf Schweden trifft, dann hat man sich in den letzten Jahren meistens immer wieder auf was gefasst machen können. Spektakel pur, Spannung bis am Schluss. Abgesehen natürlich von der 1:11-Niederlage im finnischen Porvoo vor einem Jahr. Zum Abschluss der Euro Floorball Tour in Prag lieferten sich beide Teams wieder ein Top-Spiel.

Was die Schweiz und Schweden in der Sparta-Halle boten war ein absolutes Offensiv-Spektakel und vor allem blieb es spannend bis am Schluss. Am Ende gewann der Weltmeister aus dem hohen Norden mit 7:6. Den entscheidenden Treffer erzielte Emelie Lindström in der 58. Minute.

Dabei begann die Partie aus Schweizer Sicht hervorragend. Die Linie mit Mirca Anderegg und Seraina Ulber, welche bereits schon gegen Tschechien gut harmonierte erhielt mit der Spielintelligenz von Natalie Stadelmann noch mehr Power. Mirca Anderegg war es welche die Schweiz in der 7.Minute in Führung brachte, Seraina Ulber doppelte nur 41 Sekunden später nach. Die Schwedinnen brauchten einige Minuten um sich von diesem Doppelschlag zu erholen. Die Reaktion der Skandinavierinnen kam in der 14. Minute. Innerhalb von 26 Sekunden glich Schweden aus. Die Partie war definitiv lanciert und die Schweizerinnen keineswegs geschockt. Denn noch vor der ersten Pause zog das Team von Felix Coray durch die Treffer von Mirca Anderegg und Ramona Gabathuler auf 4:2 davon. Wieder war der Weltmeister gefordert

Schweden mit unglaublichem Finish

Der Weltmeister ergriff auch tatsächlich die Initiative und versuchte heranzukommen. Die Schweizerinnen blieben aber weiterhin am Drücker und versuchten die Entscheidung zu erzwingen. „Schade, dass wir den Schwedinnen mit Fehlern Tore ermöglichten", erklärt Nationaltrainer Felix Coray. „Die Partie war hochklassig und die Zuschauer bekamen auch wunderschöne Tore zu sehen. Mein Team hat aber phasenweise etwas naiv agiert und hat Schweden somit die Aufholjagd ermöglicht", analysiert Coray. Erst in der 49. Minute gingen die Schwedinnen durch Routinier Hermine Dahlerus zum aller ersten Mal in diesem Spiel in Führung. Es war das Tor zum 6:5 für den Weltmeister. War's das, fragte man sich in der Sparta-Halle zu Prag? Keineswegs! Die Schweizerinnen blieben dran und glichen durch Silvana Nötzli wieder aus. Als dann Emilie Lindström in der 58. Minute das 7:6 für Schweden erzielte war der Ärger im Schweizer Team gross. Dies weil nicht Lindström den Treffer erzielte, sondern eine Schweizerin den Ball ins eigene Tor lenkte. „Es hat uns gerade bei dieser Situation etwas das Glück gefehlt. Wenn wir im entscheidenden Moment konzentriert gewesen wären, hätten wir diese Partie nicht verloren", meint Nationaltrainer Felix Coray

Am Ende gewann Schweden 7:6 – die Schweiz wurde für die alles in allem starken Leistung zu wenig belohnt. „Mit etwas mehr Cleverness hätten wir sicherlich auch gewinnen können. Mich freut aber die Tatsache, dass wir heute Schweden so richtig fordern konnten. Dies wird uns Selbstvertrauen geben für kommende Aufgaben", erklärt Coray

Von Spiel zu Spiel gesteigert

Mit zwei Niederlagen und einem Sieg geht für die Schweizer Damen-Unihockey-Nationalmannschaft das Länderspiel-Jahr 2008 zu Ende. Felix Coray ist mit dem Vierländerturnier in Prag zufrieden. „Ich habe ein Team gesehen, welches sich von Spiel zu Spiel gesteigert hat. Ich habe die Steigerung gesehen. Das ist sicherlich erfreulich. Zufrieden bin ich auch mit den meisten neuen Spielerinnen. Einige haben sich wirklich gut integriert und ihre Qualitäten unter Beweis gestellt. Dieses Wochenende hat mir aber auch ein Jahr vor der WM in Schweden gezeigt, woran wir unbedingt noch arbeiten müssen", analysiert der Nationaltrainer.

Euro Floorball Tour in Tschechien – Damen

3. Spieltag

Schweiz - Schweden 6:7 (4:2, 1:3, 1:2)

Sparta Halle, Prag

SR: Sykora / Sykora (Tschechien)

Zuschauer: 125

Tore: 7. Anderegg (Klein) 1:0. 8. Ulber (Anderegg) 2:0. 14. (13:07) Kristoffersson 2:1. 14. (13:33) Dalbjer 2:2. 20 (19:24). Anderegg 3:2. 20. (19:46) Gabathuler 4:2. 21. Stenvall (Näktergal) 4:3. 23. Benz (Berner) 5:3. 24. Stenvall (Krantz) 5:4. 29. Susanna Tuominen (Lundström) 5:5. 49. Dahlerus 5:6. 52. Nötzli (Rittmeyer) 6:6. 58. Lindström (Renström) 6:7.

Schweiz: Tomatis (Tschümperli) Berner, Klein, Nötzli, Hofstetter;.

Anderegg, Stadelmann, Ulber; Mätzener, Frick; Rittmeyer, Wiki.

Strafen: 1 x 2 Minuten Schweiz; 1 x 2 Schweden

Bemerkungen: 58:59 Time out Schweiz

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