Aktualisiert 16.05.2007 11:20

Hauptverdächtiger Murat: «Mein Leben ist ruiniert»

Robert Murat, der erste Verdächtige im Fall der in Portugal verschwundenen Madeleine sieht sich als Sündenbock: «Ich bin unschuldig.»

«Ich werde das nur überleben, wenn sie Madeleines Entführer erwischen», erklärte Robert Murat nach seiner Freilassung gegenüber der BBC. Die Anschuldigungen hätten sein Leben und das seiner Familie ruiniert. Er sei zum Sündenbock für etwas gemacht worden, das er nicht getan habe.

Murat wolle am Mittwoch ein Statement geben. Er war zuvor Stunden lang verhört und als erster offizieller Verdächtiger benannt worden. Es habe jedoch nicht genug Hinweise gegeben, ihn zu verhaften oder festzunehmen, betonte die Polizei. Trotzdem wurde sein Bild in zahllosen Medien ungefiltert gezeigt.

Gleiches Schicksal wie der «Ipswich-Mörder»?

Was es für Folgen haben kann, wenn man als Hauptverdächtiger etwa in die Mühlen der englischen Boulevard-Presse gerät, zeigt die Jagd auf den sogenannten Suffolk-Ripper. Im Dezember 2006 wurden nach dem Mord an sechs Prostituierten in den englischen Stadt Ipswich, zwei Männer verhört. Als die englische Presse Wind von der Festnahme bekam, publizierte sie Bilder der Männer auf den Titelbilder.

Nachdem der richtige Mörder gefunden und angeklagt worden war, mussten sich die Medien bei dem Mann entschuldigen und Schadenersatz bezahlen. Sie hatten das Leben von Tom Stephens während mehreren Wochen zur Hölle gemacht.

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