04.02.2020 10:48

Weinstein-Prozess

Hauptzeugin bricht im Gericht zusammen

Im Prozess um den früheren Hollywood-Mogul Harvey Weinstein kam es am Montag zu emotionalen Szenen. Der Richter musste die Anhörung abbrechen.

von
kfi
1 / 60
Am 6. Februar 2020 hatte die Staatsanwaltschaft die Befragung ihrer Zeugen in dem Prozess abgeschlossen.

Am 6. Februar 2020 hatte die Staatsanwaltschaft die Befragung ihrer Zeugen in dem Prozess abgeschlossen.

Jane Rosenberg
Die Verteidigung des 67-Jährigen wird vor dem New Yorker Gericht eigene Zeugen und Beweisstücke zur Entlastung Weinsteins präsentieren.

Die Verteidigung des 67-Jährigen wird vor dem New Yorker Gericht eigene Zeugen und Beweisstücke zur Entlastung Weinsteins präsentieren.

Jeenah Moon
Es ist dabei nicht ausgeschlossen, dass der Angeklagte auch selbst aussagt.

Es ist dabei nicht ausgeschlossen, dass der Angeklagte auch selbst aussagt.

Jeenah Moon

Schauspielerin Jessica Mann (34), eine der Hauptzeuginnen im Prozess um den Ex-Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein (67), wurde am Montag erneut als Zeugin vorgeladen. Das Kreuzverhör durch Weinstein-Verteidigerin Donna Rotunno (44) musste jedoch frühzeitig beendet werden.

Mann ist laut US-Medien in Tränen ausgebrochen und hat sich auch nach einer zehnminütigen Pause nicht beruhigt. Aus einem Nebenzimmer seien Schreie zu hören gewesen. Beim Verlassen des Gerichtssaals habe sie hyperventiliert, schreibt die «New York Times».

Weinstein als Vaterfigur bezeichnet

Verteidigerin Rotunno hatte Jessica Mann aufgefordert, eine E-Mail aus dem Jahr 2014 vorzulesen, aus der Zeit nach ihrer mutmasslichen Vergewaltigung durch Weinstein. In der Nachricht hatte die Schauspielerin den Filmmogul als Vaterfigur bezeichnet, durch den sie Bestätigung erfahren habe.

Zudem schrieb sie an ihren damaligen Partner, dass sie schon früher sexuell missbraucht worden sei. Während Jessica Mann die Zeilen im Zeugenstand vorlas, brach sie in Tränen aus.

«Sie mochten die Partys und die Macht»

Rotunna warf Jessica Mann im Gericht vor, Weinstein manipuliert zu haben und hinter den Vorteilen seiner Hollywood-Verbindungen her gewesen zu sein. «Sie haben sich dazu entschlossen, sexuellen Kontakt mit Harvey Weinstein zu haben, ohne sich zu ihm sexuell hingezogen zu fühlen», schoss Rotunna laut «USA Today» zurück. «Sie mochten die Partys und die Macht.»

Mann wiederum sagte, dass sie nicht wollte, dass er ihre «Karriere beschädigt». Ausserdem habe sie Angst vor Weinsteins «unvorhersehbarer Wut» gehabt.

Über 80 Frauen sexuell missbraucht

Jessica Mann ist eine der beiden Hauptzeuginnen, auf deren Aussagen die Staatsanwaltschaft ihre Anklagepunkte aufgebaut hat. Sie wirft Weinstein vor, er habe sie 2013 vergewaltigt.

Die andere Hauptzeugin, Mimi Haleyi, hat im Prozess bereits geschildert, wie Weinstein sie 2006 vergewaltigt und zum Oralsex gezwungen habe. Der frühere Filmmogul bestreitet alle Vorwürfe.

Am Ende werden die zwölf Geschworenen über Schuld oder Unschuld entscheiden. Bei einer Verurteilung droht Weinstein lebenslange Haft. Mehr als 80 Frauen haben Weinstein seit 2017 sexuelle Übergriffe vorgeworfen und damit die weltweite #MeToo-Bewegung ausgelöst.

Fehler gefunden?Jetzt melden.