Aktualisiert 19.11.2007 10:00

Haus dank Billig-Software

Kein Architekt für mehrere 10 000 Franken, sondern ein Computerprogramm für zehn Euro: Olivier Brunner (37) hat sein Haus in St. Gallen mit einer Billigsoftware entworfen. Zwei Jahre dauerte es vom Entwurf bis zum Bezug.

«Zum Spass haben wir das Programm Baudesigner 6.5 für zehn Euro in einem deutschen Baumarkt gekauft», sagt Olivier Brunner, Lehrer aus St. Gallen. Zuhause habe ihn die Qualität des Programms dann überrascht, so Brunner weiter.

Zusammen mit seinem Kollegen, dem Gartenbauer Olaf Aerne, entwarf er sein Traumhaus. Nachdem das Design stimmte, musste der Bau noch den gesetzlichen Vorgaben entsprechen. «Ich habe ein Jahr lang das St. Galler Baureglement studiert», sagt der Reallehrer. Auf der Baustelle war dann Aernes Fachwissen gefragt: «Ich sorgte dafür, dass die Arbeiter das moderne Design umsetzten.»

Zwei Jahre nach dem Kauf der Software war das Zweizimmerhaus am Rand der Stadt St. Gallen bezugsbereit. «Für mich ist es das perfekte Singlehaus», so Brunner. Und es gefällt nicht nur ihm: Passanten und Bekannte interessierten sich für die Baupläne, die Brunner auch verkauft.

Für August Eberle vom St. Galler Architekturbüro Bollhalder Eberle ist diese Art von Design jedoch problematisch: «Laien fehlt der Hintergrund, um ein Bauprogramm angemessen zu bedienen und gute Architektur zu schaffen.»

mov/ann

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