Aktualisiert 02.10.2017 07:26

Uzwil SG

Haus von Frau (91) brennt – Tochter (49) verhaftet

Nach dem Feuer in einem Mehrfamilienhaus in Uzwil geht die Polizei von Brandstiftung aus. Unter Tatverdacht steht die Tochter der Hausbewohnerin.

von
eli
Das Feuer wurde im Bereich der Eingangstüre rechts gelegt.

Das Feuer wurde im Bereich der Eingangstüre rechts gelegt.

Kapo SG

Die Meldung vom Brand ging am Samstag um 19.25 Uhr bei der Kantonspolizei St.Gallen ein: Aus dem Dachstock eines Mehrfamilienhauses an der Erlenstrasse in Uzwil dringe Rauch. Das Feuer konnte durch die erste Polizeipatrouille noch vor dem Eintreffen der zuständigen Feuerwehr gelöscht werden. Auf der Hinterseite des Hauses im Erdgeschoss brannte es im Bereich einer Eingangstüre.

Wie die Ermittlungen der Polizei ergaben, war im Bereich der Türe Brandbeschleuniger ausgeschüttet und angezündet worden. Die alleine im Haus lebende Hausbesitzerin wurde durch die Polizisten schlafend, aber wohlauf angetroffen.

«Schlechte Erfahrungen»

Aufgrund von Zeugenaussagen nahm die Polizei gegen 22 Uhr im Kanton Graubünden eine 49-jährige tatverdächtige Frau fest. Gemäss Recherchen von 20 Minuten handelt es sich um die Tochter der Hausbesitzerin. Auf Anfrage wollte die Kapo St.Gallen dies weder bestätigen noch dementieren. Auch über das allfällige Motiv der Frau konnte die Polizei am Sonntag keine Angaben machen.

Die 91-jährige Hausbesitzerin wohnt im obersten Stock des Hauses. Die übrigen Wohnungen in der Liegenschaft standen leer. «Sie hat schlechte Erfahrungen mit Mietern gemacht», so ein Angehöriger der Rentnerin. Der Mann kann sich nicht vorstellen, dass der Brand gelegt wurde, um die 91-Jährige zu töten: «Dazu hätte man das Feuer schon im obersten Stock legen müssen.»

Praxis als Naturheilerin

«Ich habe die Tochter am frühen Samstagabend noch gesehen», sagt eine Anwohnerin zu 20 Minuten. «Wir haben uns kurz unterhalten. Sie wirkte wie immer.» Die Nachbarin berichtet aber auch von zerrütteten Familienverhältnissen. Laut dem Angehörigen wuchsen nach der Scheidung der Eltern die beiden älteren Töchter bei Verwandten auf, der jüngere Sohn blieb bei der Mutter. Die Verhaftete betreibt im Kanton Graubünden eine Praxis als Naturheilerin. Sie hat zwei Kinder im Vorschulalter.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.