Hausärzte schiessen gegen BAG

Aktualisiert

Hausärzte schiessen gegen BAG

In einem offenen Brief kritisiert die Schweizerische Gesellschaft für Allgemeinmedizin (SGAM) BAG-Direktor Thomas Zeltner: «Mit Mutlosigkeit und fehlenden Visionen können junge Ärztinnen und Ärzte nicht für die Hausarztmedizin begeistert werden.»

Der offene Brief ist in der jüngsten Ausgabe des SGAM- Verbandsorgans publiziert. Anlass ist der dritte «Tag der Hausarztmedizin» am 1. April.

Am 1. April 2006 hatten erstmals tausende von Hausärzten in Bern gegen die Verschlechterungen ihrer Arbeitsbedingungen demonstriert. Sie fühlten sich in ihren Anliegen bestärkt durch eine Petition, die von 300 000 Personen unterschrieben worden war, sowie durch unterstützende Äusserungen von Thomas Zeltner, dem Direktor des Bundesamts für Gesundheit (BAG).

Nun, zwei Jahre danach, sind die Hausärzte ernüchtert. «Wo ist Ihre Unterstützung der Hausarztmedizin geblieben?», fragen sie Zeltner.

Andere Partner hätten sich die Anliegen zu Herzen genommen und insbesondere auf kantonaler Ebene zahlreiche Massnahmen eingeleitet. «Und Sie, Herr Zeltner, was unternehmen Sie für die Förderung der Hausarztmedizin?»

Die Kompetenzen der Hausärzte würden mehr und mehr beschnitten, administrative Auflagen und ungerechtfertigte Kontrollmassnahmen häuften sich. Das sei kein Anreiz für den Ärzte-Nachwuchs.

Zeltner wollte sich zu dem offenen Brief nicht öffentlich äussern. Wie BAG-Sprecher Urs Sutter am Donnerstag auf Anfrage sagte, hat vor Ostern eine Aussprache stattgefunden. Beide Seiten hätten sich für den direkten Kontakt entschieden. (sda)

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