Aktualisiert 06.09.2007 07:45

«Hausgemachte Terroristen» hatten Flughäfen als Ziel

Die festgenommenen Terrorverdächtigen hatten nach Erkenntnissen des Bundeskriminalamts Flughäfen im Visier für ihren letztlich vereitelten Bombenanschlag.

«Es bestand konkret keine Gefährdung von Flughäfen, aber die Absicht der Täter ging in diese Richtung», sagte BKA-Präsident Jörg Ziercke am Donnerstag im ARD-Morgenmagazin.

Auch die Wahl der Basis der Terrorverdächtigen in einem entlegenen Ort im Sauerland wertete Ziercke als Hinweis auf mögliche Ziele eines Anschlags. Die Verdächtigen hätten sich dorthin zurück gezogen, um sich einer Überwachung zu entziehen. «Aber möglicherweise wollte man auch näher an mögliche Anschlagsorte heran, um von dort aus zeitnah agieren zu können. Insoweit ist das vielleicht ein Hinweis darauf gewesen, wo dieser Anschlag tatsächlich stattfinden sollte», sagte Ziercke.

US-Einrichtungen hätten für die Verdächtigen im Vordergrund gestanden. «Unfassbarer Hass» auf die Amerikaner habe sie getrieben. Doch hätten sie auch «Signale setzen» wollen.

Die Festnahme der drei Verdächtigen wertete Ziercke als «Teilerfolg». Natürlich sei nun Erleichterung bei den Einsatzkräften spürbar. «Die Gefahrenspitze ist abgebrochen, was den konkreten Fall angeht», sagte der BKA-Chef. Doch müsse man nun das Umfeld und das Netzwerk der Tatverdächtigen untersuchen. Die 40 Durchsuchungen im Zusammenhang mit den Festnahmen hätten dazu gedient, die Kontaktpersonen der Gruppe zu finden.

Laut Ziercke fürchteten die Fahnder während der monatelangen Observation vor dem Zugriff, dass die Verdächtigen flüchten könnten. Die Gruppe habe hochkonspirativ agiert und mit Observierung gerechnet. Doch «diese Gruppe hat diesen teuflischen Plan nie aufgegeben», sagte der Ermittler. Die Fahnder hätten das Risiko eingehen müssen, um das Netzwerk der Gruppe aufzuklären.

Der sogenannte «homegrown terrorism» (hausgemachte Terrorismus), wie er in Grossbritannien bekannt sei, sei auch in Deutschland ein Problem. Man müsse stärker in die Milieus vordringen, in denen diese jungen Menschen aufwüchsen. Dazu bedürfe es des Dialogs mit den islamischen Gemeinden, sagte Ziercke. (dapd)

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