Recycling: Haushalte können in Extra-Sack Plastik sammeln

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RecyclingHaushalte können in Extra-Sack Plastik sammeln

Ein neuer Sack soll dafür sorgen, dass Haushalte Plastik zur Wiederverwertung sammeln. Dies ist eine Premiere in der Schweiz. Die Haushalte können sparen.

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dag

Sehen Sie im Video, wie das System funktioniert. (Video: SDA)

In Luzerner, Aargauer und Solothurner Gemeinden wird ein neuer Sammelsack eingeführt, in dem der Kunststoff gesammelt und dann an einer Sammelstelle wieder abgegeben werden kann.

Es sei die erste flächendeckende Kunststoffsammlung für eine Region, teilten die am «Bring Plastic Back»-Sack beteiligten neun Unternehmen am Mittwoch in Dagmersellen mit. Die Säcke kosten 2.50 Franken, mit denen die ganze Logistik finanziert wird. «Die Haushalte sparen aber dennoch bis zu 30 Prozent, wenn sie den Plastik im Sammelsack zurückgeben, da die Gebühr für den normalen Kehricht teurer ist», sagt Projektleiter Beat Buchmann.

Jetzt könnten 120'000 Personen Plastik sammeln

Die Einwohner der Region können die Säcke bei den beteiligten Entsorgungsunternehmen oder im Internet bestellen. Wenn der Plastiksammelsack voll ist, können sie diesen an einer offiziellen Sammelstelle abgegeben. Die 120'000 Einwohner zwischen dem solothurnischen Olten und Willisau im Kanton Luzern könnten in den Säcken auf diesem Weg zum Beispiel Verpackungsfolien Recycling zuführen, teilte die Initianten des Plastik-Recyclings mit.

In Dagmersellen wird der gesammelte Plastik zu Ballen gepresst und geht dann weiter nach Eschlikon im Kanton Thurgau zur Vorsortierung. Weiter verarbeitet wird der gesammelte Plastik dann in Süddeutschland und in Vorarlberg.

Plastik und neuer Brennstoff anstatt Kohle

Die Initianten des Plastikrecyclings weisen darauf hin, dass mit den gesammelten Kunststoffen neuer Plastik und Kohle ersetzt werden kann, Stoffe, die oft um die halbe Welt bis in die Schweiz importiert würden. Es mache deswegen Sinn, den gesammelten Plastik zum Recyclen 200 Kilometer weit zu transportieren. Mittelfristiges Ziel sei es aber, das ganze Kunststoffrecycling in der Schweiz abzuwickeln.

Der sortenreine Kunststoff wird zu Regranulaten verarbeitet, die Mischkunststoffe zu Flocken. Mit den Regranulaten können etwa Paletten, Rohre, Transportverpackungen, Kisten, Profile, Folien oder Säcke hergestellt werden. Die Flocken dienen den Zementwerken als Brennstoff, er ersetzt dort die Kohle.

Neuer Rohstoff produzieren anstatt importieren

Haushaltskunststoffe seien zu schade, um in Kehrichtverbrennungsanlagen verbrannt zu werden, teilten die Initianten des «Bring Plastic Back»-Sacks mit. Meist seien es qualitativ hochwertige Lebensmittelverpackungen, die nur kurz im Umlauf seien und gut für ein Recycling verwendet werden könnten.

Bei der Wiederverwendung von einem Kilogramm Recyclingkunststoff könne gleich viel CO2 gespart werden, wie ein Durchschnittsauto auf einer 25 Kilometer langen Fahrt produziere. (dag/sda)

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