Aktualisiert 16.02.2004 23:02

Haustier-Kremationen werden immer beliebter

Kremation oder Tierkadaversammelstelle: Immer mehr Leute wünschen sich für ihre geliebten Haustiere einen würdevollen Abschied.

«Seit der Eröffnung im Mai 2001 hat sich die Anzahl der Kremationen verdoppelt», so Peter Imgrüth vom Tierkrematorium Kirchberg. Heute sind es wöchentlich gegen 30 Tiere, die in seinem Ofen eingeäschert werden. «Die Leute machen sich vor dem Ableben ihrer Kameraden häufiger Gedanken über deren letzte Ruhestätte», sagt Imgrüth. Er habe schon Papageien, Geissböcke, Schafe und sogar einen Zirkus-Löwen kremiert. Fast 90 Prozent der Kunden wollen die Überreste der Tiere zurück. Deshalb bietet Imgrüth auch Urnen an. Eine Kremation für einen mittelgrossen Hund kostet rund 200 bis 300 Franken.

Imgrüths Hauptkundschaft sind Hunde- und Katzenhalter: «Neulich hat mich ein Kunde dreimal angerufen, bis er sein Anliegen über die Lippen brachte», erzählt er. Als dieser dann sein Geschäft betrat, habe er nicht schlecht gestaunt: «Da stand ein kräftiger Rockertyp in Lederkluft vor mir und hat mir, mit Tränen in den Augen, sein totes Büsi übergeben.»

Rund 1500 Tonnen Hunde- und Katzenkadaver gibt es jährlich in der Schweiz. Davon werden 10 Prozent kremiert. Alle andern landen in der Tierkadaversammelstelle und werden zu Tiermehl verarbeitet.

Alessandro Meocci

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.