Zu laut gejault: Hausverbot für Hund und Herrchen
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Zu laut gejaultHausverbot für Hund und Herrchen

Weil sich drei ältere Damen über das Gejaule von Hund Gismo beklagten, haben Hund und Herrchen im Gallusmarkt St.Gallen nun Hausverbot. Gismos Halter ist verärgert.

von
Silvana Hungerbühler
Carlos Sanchez mit Hund Gismo am Ort des Geschehens vor dem Gallusmarkt. (silvana hungerbühler)

Carlos Sanchez mit Hund Gismo am Ort des Geschehens vor dem Gallusmarkt. (silvana hungerbühler)

Carlos Sanchez kann es kaum fassen, was ihm vor dem Gallusmarkt widerfahren ist: «Mein Hund und ich wurden richtiggehend schikaniert», sagt er aufgebracht. Seit Jahren kombiniert er seinen Spaziergang mit einem Einkaufsgang im Gallusmarkt. So auch letzten Samstag. Er band seinen Mischlingsrüden an die Halterung vor dem Coop. «Dann liess ich Gismo rund eine halbe Stunde alleine», sagt der 46-Jährige. Doch während Gismos Herrchen seine Einkäufe erledigte, hielt es der sechsjährige Mischling nicht mehr aus und jaulte jämmerlich.

«Verschiedene Personen haben sich über die Lärmbelästigung durch den Hund beklagt», sagt Sara Kretschmer, Pressesprecherin vom Coop St. Gallen, auf Anfrage. «Ausserdem war der Hund bestimmt zwei Stunden alleine», so Kretschmer. Die ­Geschäftsführung reagierte auf die Reklamationen und erteilte Hund Gismo Hausverbot. Sanchez ist empört: «Mein Hund hat nur gejault. Damit hat er sicher niemanden belästigt.» Die ausgebildete ­Kynologin Monika Sandhofer erklärt, weshalb sich Gismo ­bemerkbar gemacht hat: «Hunde, die in Stress geraten, rufen ihr Rudel.»

Weil sich Hundebesitzer Sanchez nach dem Vorfall weiterhin vor dem Gallusmarkt ­aufhielt, wurde auch ihm ein Verbot erteilt. Pressesprecherin Kretschmer beschwichtigt jedoch: «Es handelt sich lediglich um eine mündliche Wegweisung.»

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