Hausverbot für Schläger
Aktualisiert

Hausverbot für Schläger

Der Kanton Bern schlägt in der Bekämpfung von häuslicher Gewalt eine härtere Gangart ein: Die Polizei soll Täter mit Hausverbot oder Sicherheitshaft bestrafen können.

Eine entsprechende Änderung des Polizeigesetzes hat Regierungsrätin Dora Andres in die Vernehmlassung geschickt: «Ich erwarte davon eine abschreckende Wirkung auf potenzielle Täter und Täterinnen.» Übt ein Partner Gewalt aus, soll er bis zu 14 Tage aus der Wohnung weggewiesen werden können. Bei akuter Gefahr sollen die Behörden sogar einen maximal siebentägigen Sicherheitsgewahrsam verfügen können – auch gegen den Willen des Opfers. «Die Polizei muss die Situation jeweils beurteilen. Häusliche Gewalt gilt auf Bundesebene neu als Offizialdelikt», erklärt Andres.

Mit den gleichen Massnahmen will die Polizeidirektorin auch die Behörden besser schützen: Im letzten Jahr gingen im Kanton 58 Anzeigen wegen Gewalt gegen Behörden ein, 123 waren es im Bereich häusliche Gewalt. Das neue Gesetz soll 2005 in Kraft treten.

Theres Lagler

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