Profhilo Injectable Moisturizer: Hautcreme wird jetzt unters Gesicht gespritzt

Nebst Botox und Fillern wird neu auch die Feuchtigkeitspflege unter die Haut gespritzt. Der Trend nennt sich injectable Moisturizer.

Nebst Botox und Fillern wird neu auch die Feuchtigkeitspflege unter die Haut gespritzt. Der Trend nennt sich injectable Moisturizer.

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Expertin klärt aufHautpflege aus der Spritze – riskanter Trend oder harmlos?

Bisher wird meist mit Botox oder Hyaluron unterspritzt. Doch jetzt kommt sogar die Feuchtigkeitscreme in Spritzenform unter statt auf die Haut. Eine Expertin verrät, was dahinter steckt. 

von
Malin Mueller

14 Millionen Aufrufe versammelt der Hashtag #profhilo auf Tiktok unter sich. Dahinter verbirgt sich ein Markenname eines sogenannten injectable Moisturizers. Quasi eine Feuchtigkeitscreme, die unter die Haut gespritzt wird. Die Frage, was das soll, liegt nahe. Wir haben deshalb mit Alexandra Lüönd, Gründerin und CEO der Beauty2Go-Kliniken gesprochen. Sie verrät, was es mit der Behandlung auf sich hat.

Alexandra Lüönd ist Gründerin und CEO der Beauty2Go-Kliniken.

Alexandra Lüönd ist Gründerin und CEO der Beauty2Go-Kliniken.

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Was ist der Sinn von injectable Moisturizer?

Etwa ab dem 25. Lebensjahr nimmt die körpereigene Produktion von Hyaluronsäure stetig ab. Viele cremen fleissig dagegen an. Doch das scheint jetzt nicht mehr auszureichen. «Verglichen mit normaler Feuchtigkeitscreme dringen injectable Moisturizer wie Profhilo viel tiefer in die unteren Hautschichten ein», erklärt die Expertin. Zudem wirke die Methode deutlich schneller: «Direkt nach der Behandlung ist die Haut praller und glatter. Aber auch noch nach Monaten wird die körpereigene Bildung von Hyaluronsäure, Kollagen und Elastin angeregt.» Ein Power-Shot fürs Gesicht sozusagen.

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Wie läuft der Eingriff ab?

Nur noch mal zur Erinnerung: Das Ganze wird mit Spritzen gemacht. Und in denen steckt, wie bei Fillern für Lippen, Wangen oder für Kinn, Hyaluronsäure. Profhilo ist lediglich der Markenname des Produkts. Alexandra erklärt, wie der Eingriff abläuft: «Pro Gesichtshälfte setzen wir fünf Einstichpunkte. Von hier aus durchflutet Profhilo alle Areale mit Feuchtigkeit.»

Was ist der Unterschied zu Fillern mit Hyaluron?

Auf den ersten Blick klingt die Behandlung nach einem normalen Beautyeingriff mit Fillern. Was ist also der Unterschied? «Hyaluron ist ein Füllstoff und wird genutzt, um das Gesicht punktuell aufzupolstern» – soweit, so bekannt. Es gibt allerdings einen entscheidenden Unterschied zwischen leicht und mehrfach vernetzten Hyaluronsäuren.

Die Expertin klärt auf: «Bei mehrfach vernetzten Hyaluronsäuren bleibt der Stoff an der Stelle, an der er injiziert wird – etwa um Volumen aufzubauen oder Falten aufzufüllen.» Profhilo ist eine leicht vernetzte Hyaluronsäure. «Dadurch verbreitet sie sich in den Faszien der Haut. Die unterschiedlichen Molekülgrössen sorgen dafür, dass das Gesicht da mit Feuchtigkeit versorgt wird, wo es besonders nötig ist», sagt Lüönd.

Wie schmerzhaft ist die Behandlung?

Angst vor Schmerzen haben muss man nicht: «Die Nadel, die den Stoff injiziert, ist sehr fein. Ausserdem gibt es pro Gesichtshälfte nur fünf Einstichpunkte.» Wer eher zart besaitet ist, kann vorher auf eine Betäubungscreme zurückgreifen.

Was sind die Risiken?

«Direkt nach der Behandlung können Rötungen und leichte Schwellungen auftreten. Auch ein Hämatom ist mal möglich», so Lüönd. Angst vor bleibenden Folgen müsse man aber nicht haben: «Alles klingt innerhalb von Tagen wieder ab.» Die Behandlung gilt als risikoarm und durch die Reinheit der Hyaluronsäure als gut verträglich.

Was kosten injectable Moisturizer? 

«Bei der ersten Anwendung von Profhilo werden zwei Sitzungen im Abstand von vier Wochen empfohlen», beginnt die Expertin. Etwas ins Portemonnaie greifen muss man dafür. «Die erste Sitzung kostet rund 450 Franken, die zweite 330 Franken.» Danach reicht ein Besuch alle sechs Monate zum Auffrischen.

Würdest du so eine Behandlung durchführen lassen? Oder findest du, cremen reicht völlig aus?

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