Korallen-Killer: Hawaii will chemische Sonnencremes verbieten
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Korallen-KillerHawaii will chemische Sonnencremes verbieten

Im Senat von Hawaii ist ein Gesetz eingebracht worden, das Sonnencremes mit Oxybenzon und Octinoxat verbieten will. Die Stoffe greifen Korallenriffe an.

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jcg
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Die Lichtschutzfilter Oxybenzon und Octinoxat gefährden Korallenriffe  weltweit. Nun will Hawaii handeln. (Im Bild: Rapture Reef im Papahanaumokuakea Marine National Monument)

Die Lichtschutzfilter Oxybenzon und Octinoxat gefährden Korallenriffe weltweit. Nun will Hawaii handeln. (Im Bild: Rapture Reef im Papahanaumokuakea Marine National Monument)

NOAA
Sonnencremes, die diese Stoffe enthalten, sollen künftig auf dem ganzen Gebiet des US-Bundesstaats im Pazifik nicht mehr verkauft werden dürfen. (im Bild: Waikiki Beach, Honolulu)

Sonnencremes, die diese Stoffe enthalten, sollen künftig auf dem ganzen Gebiet des US-Bundesstaats im Pazifik nicht mehr verkauft werden dürfen. (im Bild: Waikiki Beach, Honolulu)

AP/Lucy Pemoni
Sollte das Gesetz angenommen werden, könnten sich Surfer und Sonnenanbeter künftig nur noch mit Sonnencremes mit mineralischen UV-Filtern wie Titandioxid und Zinkoxid vor einem Sonnenbrand schützen. (Im Bild: Ala Moana Beach Park, Oahu)

Sollte das Gesetz angenommen werden, könnten sich Surfer und Sonnenanbeter künftig nur noch mit Sonnencremes mit mineralischen UV-Filtern wie Titandioxid und Zinkoxid vor einem Sonnenbrand schützen. (Im Bild: Ala Moana Beach Park, Oahu)

AP/Dennis Oda

Die Korallenriffe des US-Bundesstaates Hawaii sind einzigartig. Aufgrund ihrer Abgeschiedenheit beherbergen sie Arten, die es sonst auf der Welt nirgendwo gibt, wie den Schwarzbinden-Kaiserfisch oder die Hawaii-Mönchsrobbe. Doch dieses Paradies ist in Gefahr. Schuld sind Stoffe, die in vielen Sonnenschutzmitteln enthalten sind.

Die Rede ist von Oxybenzon, auch als Benzophenon-3 bezeichnet, und Octinoxat. Sie bieten Schutz vor UV-Strahlung und beugen so einem Sonnenbrand vor. Doch für Korallenriffe sind sie Gift. Deshalb hat Senator Will Espero Ende Januar im Senat von Hawaii einen Gesetzesvorschlag eingebracht, der den Verkauf von Oxybenzon- und Octinoxat-haltigen Sonnencremes verbieten will. Erlaubt wären nur noch Sonnencremes mit mineralischen UV-Filtern wie Titandioxid und Zinkoxid.

Mutationen und Korallenbleiche

Das Gesetz hat gute Chancen, angenommen zu werden. Schliesslich haben bereits mehrere Studien die schädliche Wirkung auf Korallen belegt. So verändern die Lichtschutzfilter deren DNA, was zu Mutationen führt. Junge Korallen härten beim Kontakt mit den Stoffen zudem früher aus und werden so in ihrem eigenen Skelett gefangen, was sie sterben lässt.

Oxybenzon fördert zudem die sogenannte Korallenbleiche. Dabei sterben die mit den Korallen in Symbiose lebenden Algen ab. Diese geben den Korallen nicht nur ihre Farbe, sondern versorgen sie auch mit Sauerstoff und verwerten ihre Ausscheidungen. In Hawaii haben Forscher eine um das 30-Fache höhere Oxybenzon-Konzentration im Meer gemessen, als für Korallen als sicher gilt.

Zum Schutz von Korallen gibt es bereits an anderen Orten Einschränkungen für Sonnencremes. So sind zum Beispiel im Xel-Ha Nationalpark auf Yucatán, Mexiko, ausschliesslich biologisch abbaubare Sonnencremes erlaubt. Das Verbot in Hawaii wäre aber das erste, das für einen ganzen Bundesstaat gelten würde – also auch für Personen, die nie im Meer baden gehen. Schliesslich gelangen die giftigen Stoffe über das Abwasser auch aus dem Landesinnern ins Meer.

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